Kornwestheim Die Blaue Karte kommt auch digital daher

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Defekte Straßenlampen: auch ein Fall für die Blaue Karte. Aber hier gibt’s nichts zu beanstanden. Foto: dpa/Fabian Sommer

Kornwestheim - In diesen Tagen steht in der Stadtverwaltung ein Jubiläum an, das unrühmlich und lobenswert zugleich ist. Die Stadt erwartet die 1000. Blaue Karte seit der Einführung im Jahr 2014. Unrühmlich ist die Zahl, weil die Einwohnerinnen und Einwohner mit der Blauen Karte in der Regel auf Missstände aufmerksam machen und um Abhilfe bitten. Positiv sind die 1000 Blauen Karten zu bewerten, weil der Bürgerservice eifrig genutzt wird und den Beschwerdeführern offensichtlich an einer lebenswerten Stadt gelegen ist.

Waren es im Jahr 2019 noch über 200 Blaue Karten, die bei der Stadt eingegangen sind, so ist die Zahl im Jahr 2020 auf 178 zurückgegangen. Das geht aus einer Statistik hervor, die jetzt den Stadträten im Verwaltungs- und Finanzausschuss vorgelegt worden ist. Das Gros der Beschwerden beschäftigt sich mit dem Straßenverkehr. Die immer wiederkehrenden Themen: die Parksituation, die Geschwindigkeitsbeschränkungen, die Verschmutzung von Straßen, Gehwegen oder Spielplätzen, Ruhestörungen und Hecken und Pflanzen, die auf den Gehweg ragen. Sieben Blaue Karten beschäftigten sich mit dem Thema Corona.

Neu hinzugekommen: die Kornwestheim-App

Dass die Zahl der Blauen Karten im vergangenen Jahr erstmals seit 2017 rückläufig war, führt die Stadtverwaltung auf die Pandemie zurück. Die Einwohnerinnen und Einwohner hätten sich mehr daheim und weniger im öffentlichen Raum bewegt, so die Erklärung. Künftig rechnet die Stadt mit einer eher steigenden Zahl an Blauen Karten, denn der Begriff ist nicht wortwörtlich zu nehmen. „Blaue Karte“ – unter diesen Oberbegriff fallen auch die Beschwerden und Anregungen, die über die voriges Jahr neu eingeführte Kornwestheim-App der Stadt eingehen.

Die App, sagt Theresa Tremmel, die für die Auswertung der Blauen Karte verantwortlich zeichnet, sei in den ersten Wochen hervorragend angenommen worden. Die Software fürs Handy bietet zudem noch eine zweite Möglichkeit, auf Missstände im Stadtgebiet aufmerksam zu machen. Die Nutzer können einen Schaden direkt melden. Die Hinweise landen direkt beispielsweise im Bauhof oder in der Stadtgärtnerei. Wer auf diese Funktion zurückgreife, bekomme keine Rückmeldung aus der Stadtverwaltung, sagt Lisa Herfurth, Pressesprecherin der Stadt Kornwestheim.

Der Schadensmelder solle dazu beitragen, Schäden im Stadtgebiet schneller und unbürokratischer zu beheben. Eine solche App zu entwickeln und zu unterhalten, das sei zwar ein großer Aufwand, sagte Oberbürgermeisterin Ursula Keck in der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses. „Aber die Bürgerzufriedenheit rechtfertigt das.“

Die OB selbst hat ihr Angebot, mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu kommen, wegen der Corona-Pandemie etwas geändert. Die Bürgersprechstunde wird vorübergehend nur telefonisch durchgeführt.

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