Kornwestheim Die Flaschen verschwinden heute

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Übervolle Glascontainer in der Nähe des Bahnhofs. Foto: Nina Haug

Kornwestheim - Überfüllte Altglas-Container sind nach wie vor ein Problem in Kornwestheim. Dieser Tage waren wieder etliche der bunten Kästen in der Stadt randvoll, in der Eastleighstraße nahe des Bahnhofs beispielsweise hatten die Menschen Dutzende Flaschen und Gläser einfach darauf abgestellt.

Auch die Stadtverwaltung beschäftigt das Thema nach wie vor. Bereits zwischen den Jahren waren viele Container übervoll gewesen, so etwa am Jakob-Sigle-Heim. In seiner Januar-Sitzung hatte der Verwaltungs- und Finanzausschuss – nicht zum ersten Mal – das Thema kurz beraten. „Es sind elf Monate bis zum nächsten Silvester“, hatte Stadtrat Thomas Ulmer (Grüne) betont. Er bat die Verwaltung, bei der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg (AVL) nachzuhaken, ob man nicht zu Stoßzeiten wie zwischen Weihnachten und Neujahr einfach häufiger leeren könne. Stadtrat Andreas Schantz (FDP) sagte: „Das sieht für das Stadtbild nicht besonders gut aus.“

Allerdings ist die AVL gar nicht zuständig. Sie dient zwar mit als Beschwerdestelle und gibt Meldungen über volle und dreckige Altglascontainer weiter. Die Leerungen übernimmt allerdings die Firma Suez mit Sitz in Köln, die wiederum vom Dualen System Deutschland beauftragt ist. „Das ist voll privatisiert“, erläuterte der Erste Kornwestheimer Bürgermeister Dietmar Allgaier. Und schon im Ausschuss hatte die Oberbürgermeisterin Ursula Keck lakonisch betont: „Da findet die viel gelobte Flexibilität der Freien Wirtschaft ihr Ende.“ Und: „Das ist überall ein Problem.“ So oder so hakt die Stadt allerdings weiter nach. Er habe bereits mit der Chefetage der AVL telefoniert, berichtete Allgaier. Nun werde die Stadt eine Beschwerde über das Landratsamt und die AVL direkt an Suez weiterleiten; dieser Tage soll das Schreiben rausgehen.

Allgaier hofft, dass sich ein „kürzeres Leerungsintervall“ somit erwirken ließe, sprich: Die Container werden schlicht häufiger geleert. Auch für ein direktes Gespräch mit Suez sei die Stadt offen – auch wenn man normalerweise mit den beauftragten Unternehmen nicht direkt zu tun habe, wie Allgaier berichtete.

„Ganz einfach ist die Lage nicht“, sagte auch Markus Klohr, der Pressesprecher der AVL. „Wir haben da keine Aktien drin und kein Druckmittel“. Er rät allerdings: Bei Suez direkt anrufen, wenn die Kästen voll sind. „Wir nehmen Anrufe entgegen, können aber nicht viel mehr tun“, betonte Klohr. Von Suez selbst hieß es noch Ende vergangenen Jahres auf Nachfrage unserer Zeitung, die Container würden oft genug geleert. Das geschehe aber nicht in einem festen Turnus, so die Unternehmenssprecherin der Suez-Gruppe, Roxanne Essert. „Manchmal ist es auch ein bisschen von der Erfahrung abhängig oder es wird nachgeschaut, welche Container voll sind, und die werden dann geleert.“ Auf eine erneute Presseanfrage antwortete Essert nun nur mit dem kurzen Hinweis, die „Container werden morgen planmäßig geleert“. Demnach müsste spätestens heute Abend wieder Platz in den bunten Kästen sein.

 
 

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