Kornwestheim Die Förderung läuft bald aus

Von Melanie Bürkle
Gefragt: Fotovoltaik Foto: dpa/Marijan Murat

Der Fördertopf für 2022 ist so gut wie leer“, sagt Jannis Körner, Klimaschutzmanager von der Stabsstelle Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Kornwestheim. Dabei ist noch nicht einmal ein halbes Jahr um. Doch die in den vergangenen zwei Jahren sowieso schon sehr gut laufende Kampagne hat durch den Ukraine-Krieg einen weiteren Aufschwung erlebt. Sicherlich hat das bei dem einen oder anderen zusätzlich die Angst geschürt, zu abhängig von der offiziellen Versorgung zu sein.

„Was die Energie- und Wärmeversorgung angeht, wollen die Menschen lieber unabhängiger sein“, sagt der Klimaschutzmanager. Von Beginn an zeigten die Kornwestheimer Bürgerinnen und Bürger großes Interesse am Klimaschutz. „Das Umweltbewusstsein ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, aber auch die stetig steigenden Energiepreise tun ihr Übriges dazu“, sagt Körner. Für viele sei es selbstverständlich, bei Sanierungen auf klimafreundliche Varianten zurückzugreifen. Aber es werde auch fleißig aufgerüstet.

100 000 Euro im Fördertopf

Wie bereits im Vorjahr befanden sich auch in diesem Jahr 100 000 Euro im Fördertopf der Stadt. Diese Mittel stehen umweltbewussten Verbrauchern zur Verfügung. Sprich, wer eine Fotovoltaikanlage installiert, kann bis zu 1500 Euro an Fördermitteln abrufen, ebenso wer eine thermische Solaranlage zur Warmwasserbereitung errichtet. Selbst für ein Steckersolargerät auf dem Balkon gibt es 200 Euro, eine E-Ladestation beim Bezug von Ökostrom wird mit 500 Euro bezuschusst.

Über 90 Prozent der Anträge fallen allerdings seit Beginn des Förderprogramms auf die Fotovoltaikanlage kombiniert mit einem Batteriespeichersystem zurück. „Das macht fast alle Anträge aus“, weiß der Klimamanager. Da hat sich in den vergangenen Monaten auch nichts geändert.

Ab dem Sommer wird allerdings vermutlich erst einmal gar nichts mehr gefördert, denn der Topf wird in den nächsten Wochen gänzlich aufgebraucht sein. Wie mit Anträgen verfahren wird, die erst danach eintrudeln, ist noch nicht bekannt. „Klar ist, dass diese abgelehnt werden müssen“, sagt Körner. Ob man sich dann einfach aus dem Topf für das Jahr 2023 im Nachgang bedienen kann, ist nicht bekannt. Dazu kann von Seite der Stadt noch nichts gesagt werden.

Sicher ist jedoch, dass für das Jahr 2023 wieder 100 000 Euro an Fördermitteln bereitgestellt werden. Es kann auch gut sein, dass das Programm etwas überarbeitet wird. „Hierzu müssen wir immer abwarten, was für Vorgaben vom Bund kommen“, erklärt der Klimaschutzbeauftragte der Stadt. Je nach Neuerungen müssen Richtlinien angepasst werden und es muss darauf geachtet werden, ob Kumulierungen von Fördermitteln zulässig sind. Wie das Förderprogramm also in 2023 genau aussieht, bleibt abzuwarten. Fakt ist: Wer 2022 noch in den Topf greifen möchte, muss schnell sein. Sehr schnell, sonst erhält der umweltbewusste Bürger erst einmal keine Unterstützung der Stadt.

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