Kornwestheim Die große Freude am Werkstoff Holz

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Leonard Schulz steht an seinem Arbeitsplatz bei Muny. Foto: Peter Meuer

Kornwestheim - Einer der besten jungen Schreiner deutschlandweit arbeitet in Kornwestheim. Leonard Schulz ist frisch gebackener Geselle beim Holzbau- und Schreinerbetrieb Muny. Er ist von der Handwerkskammer der Region Stuttgart ausgezeichnet worden – als Kammersieger und damit bester junger Nachwuchs-Schreiner in Theorie wie Praxis. Und dann ist da natürlich noch die Sache mit seinem Gesellenstück. Das nämlich hat der 22-Jährige vor Kurzem im Haus der Wirtschaft in Stuttgart im Rahmen des Wettbewerbs „gestaltete Gesellenstücke“ ausstellen dürfen, veranstaltet vom Landesinnungsverband der Schreiner in Baden-Württemberg. Trotz der starken Konkurrenz – Nachwuchs-Tischler aus dem ganzen Bundesland traten an – überzeugte Leonard Schulz die Jury. Sein Gesellenstück ist nun für die Ausscheidung auf Bundesebene zugelassen. Auf der Ligna, der führenden Messe für Innovationen in der Holzindustrie, wird im Mai in Hannover über die bundesweit besten Gesellenstücke entschieden.

„Ich hoffe, ich kann selbst auf der Messe vorbei schauen“, sagt Leonard Schulz, der trotz der großen Erfolge in seinem gewählten Beruf sehr bescheiden auftritt. „Das ist unabhängig vom Wettbewerb bestimmt sehr interessant“, sagt er erfreut.

Sein Gesellenstück, das auf der Holzfachmesse präsentiert wird, ist eine Barvitrine zum Aufbewahren von alkoholischen Getränken und Gläsern, elegant im Design, aus Esche, mit trapezförmiger Tür und von Schulz eigens entwickelten Standbeinen.

„Die Vitrine zu bauen, hat handwerklich höchsten Anforderungen genügt“, lobt Wolfram Staiger, einer von Schulz’ Ausbildern und Betriebsleiter der Schreinerei bei Muny. „Das Stück ist sehr sehr gut proportioniert.“

Staiger gibt unumwunden zu, dass man im Unternehmen sehr stolz auf Leonard Schulz und auch auf die anderen Auszubildenden ist – das bestätigt auch Geschäftsführer Patrick Pressel. Wolfram Staiger hebt zudem die Bandbreite der Ausbildung im Betrieb hervor, schon früher haben Auszubildende Preise geholt, so berichtet es der Muny-Betriebsleiter.

Leonard Schulz selbst lebt in Tamm, er hat vor seiner Ausbildung bei Muny Abitur gemacht, und ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Werkstatt für beeinträchtigte Menschen in Bietigheim absolviert. Warum er sich entschieden hat, Schreiner zu werden? „Ich wollte handwerklich arbeiten“, sagt der 22-Jährige. Und der „Werkstoff Holz“, der gefalle ihm eben besonders gut. „Vor allem unter einem Gestaltungsaspekt lässt sich damit viel anfangen“, sagt Leonard Schulz, der die Kreativität, die der Beruf oft mit sich bringe, sehr schätzt. Bei Muny arbeite er sehr gerne, ergänzt Leonard Schulz, der in seiner Freizeit gerne Fahrrad fährt oder die handwerklichen Fähigkeiten in die heimische Wohngemeinschaft mit einbringt.

Er blickt indes bereits in die Zukunft. Für alle Zeiten als Geselle zu arbeiten, das werde ihm wohl auf Dauer zuwenig sein, sagt der junge Schreiner. Sich weiterzubilden, seinen Meister irgendwann zu machen oder auch ein weiterführendes fachbezogenes Studium anzugehen – das schließt er alles nicht aus.

„Mit der Ausbildung hat er nun eine gute Basis geschaffen“, sagt auch Wolfram Staiger. „Wir freuen uns natürlich, wenn er weiterhin für uns arbeitet, wir wissen, was wir an ihm haben“, ergänzt er. Die Anforderungen an junge Handwerker, werden immer größer, weiß der Betriebsleiter. „Und gerade Schreiner müssen heutzutage sehr vielseitig sein“, ergänzt er.

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