Kornwestheim Die Narren bangen und hoffen

Von Peter Meuer
Die Garbenstrickle und Früchtle der Fasnet-Zunft: Ob sie wohl auch bei einem Umzug 2022 lautstark durch die Stadt hüpfen werden, ist längst nicht klar. Foto: Archiv/Peter Meuer

Kornwestheim - Die Stimmung, sagt Martin Türk, „ist nicht, wie sie sein sollte“. Generell sei es nicht einfach, die Vereinsmitglieder wieder zu mobilisieren, betont der Präsident der Kornwestheimer Narren-Ober-Liga. Und auch davon, dass man einige Mitglieder verloren habe, berichtet er.

Wer Türk zuhört, der merkt: Es ist derzeit nicht leicht für die Fasnet-Vereine in Kornwestheim. In der Stadt gibt es mehrere Zünfte und Gruppen, die größten sind Narren-Ober-Liga, Fasnetzunft und Freie Narrenzunft, aber auch die Kornfetzer etwa sorgen regelmäßig für Furore. Sie alle hofften und hoffen, dass sie in der Fasnet 2021/22 wieder richtig durchstarten können, nachdem die vergangene Saison 2020/21 von Corona überschattet war. Und nun das: Die Inzidenzen steigen stark, Corona-Regeln werden wieder verschärft, und wie die pandemische Lage in einigen Wochen ist, kann derzeit kein Mensch sagen.

„Eigentlich war viel geplant“

Am kommenden Donnerstag, 11.11., Fasnetbeginn, steigt im Kornwestheimer Rathaus der traditionelle Narrenempfang, unter strengen 3-G-Regeln (geimpft, getestet oder PCR-Test), aber immerhin. Doch wie es danach weitergeht, ist in vielerlei Hinsicht offen. Vor allem zu den Frühjahrs-Terminen der Kornwestheimer Fasnet wagt Klaus Magerl noch keine Prognose. Magerl ist Präsident des Ausschusses Kornwestheimer Fasnet, des „AKF“, der die Fasnachtsbemühungen der Vereine aussteuert. „Eigentlich war viel geplant“, sagt Magerl.

„Aber was mit unserem großen Fasnet-Wochenende am 5. und 6. Februar sein wird, an dem der Rathaussturm und der Umzug stattfinden sollten, das steht noch in den Sternen.“ Dass es während des Umzugs am Marktplatz – aufgrund des Narrendorfes – eventuell eine Umzäunung bräuchte, stellt hierbei ein besonderes Problem dar, stellt Türk heraus. Eine ähnliche Situation gelte für das Guggen-Open-Air der NOL. „Der Schutz der Menschen muss natürlich im Vordergrund stehen“, stellt Türk klar: „Aber wir müssen ja auch wirtschaftlich denken, die Organisation und Finanzierung stemmen können.“ Über die nächsten Wochen retten sich die Kornwestheimer Vereine teils mit internen Veranstaltungen, die sich mit Blick auf die Verordnungen besser abschätzen und planen lassen. Auf der Internetseite der Ober-Liga liest sich das etwa so: Ordensabend? NOL-intern! Rombala weckaze? NOL-Intern! Kostümsitzung und Kappenabend? NOL-intern!

Tänzer wollen zeigen, was sie können

Ähnlich ist der Ansatz der Fasnet-Zunft. „Im Moment ist es sehr schwierig, etwas zu entscheiden“, sagt Oberzunftmeisterin Marion Schneebeli. In Planung seien vereinsinterne Veranstaltungen wie der Familienabend und das Maskenabstauben. „Unsere großen öffentlichen Veranstaltungen wie die Prunksitzung, der Kinderfasching, Hemdglonker-Umzug sowie die Hemdglonkerparty würden wir gerne machen“, betont sie. Was da wohl möglich ist? Im Laufe der kommenden Tage wolle man darüber sprechen, ob und wie was machbar sei, so Schneebeli weiter. Sie weist darauf hin, dass das Fehlen öffentlicher Veranstaltungen vor allem für die Tanzgarden der Zünfte bitter wäre. Die Garden hätten fleißig trainiert, online und womöglich in Stadion und Halle. „Sie möchten natürlich ihre Tänze zeigen.“ Auch Türk weist darauf hin, dass es für die Gardegruppen, die hart auf die Saison hinarbeiten, frustrierend ist, nicht auftreten zu können. „Auch deswegen ist es uns wichtig, zumindest intern etwas auf die Beine zu stellen, damit sie ihre Tänze zeigen können.“

Die Freie Narrenzunft Kornwestheim hat bisher noch keine Veranstaltung abgesagt. „Unser internes Spaghetti-Essen etwa findet statt“, sagt Zunftmeisterin Tanja Grimm. Sie hofft zudem, dass das Erwecken der Krähen-Hexen am 7. Januar im alten Casino wie geplant stattfinden könne. Narren wären keine Narren, würden sie sich die gute Laune und den Optimismus komplett verhageln lassen, stellt auch Marion Schneebeli klar. „Ich persönlich schaue noch positiv in die Saison und hoffe, dass einiges möglich ist.“

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