Kornwestheim Die Sperrung der B 27 macht sich kaum bemerkbar

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Großbohrer statt großem Lkw auf der Fahrbahn. Foto: Stuttgart

Kornwestheim - Immer und immer wieder dreht sich der riesige Bohrer im Metallrohr nach unten. Jedes Mal fördert er Schutt und Erdreich zu Tage, das er neben dem Loch „abschüttelt“. Besonders viel Material kommt mit jedem Bohrgang nicht zusammen. Tiefe Löcher bohren, das ist ein mühsames Geschäft. Von Freitagabend bis Montagfrüh sperrte das Regierungspräsidium die Bundesstraße 27 in Fahrtrichtung Ludwigsburg, weil die Bohrarbeiten zeitweise zwischen den beiden bestehenden Brücken durchgeführt wurden und das schwere Gerät den Platz auf den beiden östlichen Fahrbahnen benötigte.

B 27 gesperrt? Das führt – zum Beispiel nach Unfällen – für gewöhnlich zu einem enormen Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet von Kornwestheim. An diesem Wochenende war von der Sperrung der Bundesstraße, über die täglich rund 50 000 Fahrzeuge rollen, nicht viel zu bemerken. Weder an der Ausfahrt Kornwestheim-Mitte, wo die Autofahrer die Bundesstraße verlassen mussten, noch an der Kreuzung Zeppelinstraße/Stuttgarter Straße oder im weiteren Verlauf der Stuttgarter und der Ludwigsburger Straße war von dem zusätzlichen Verkehr viel zu spüren. Dass Autofahrer an der Ampel mehr als eine Grünphase benötigten, war die Ausnahme.

Die von der Landesregierung verordneten Einschränkungen des öffentlichen Lebens spielten den Verantwortlichen des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart in die Karten. Und das schlechte Wetter am Samstag dürfte obendrein viele Menschen veranlasst haben, wie empfohlen daheim zu bleiben.

Obgleich die Behörde bemüht ist, den Verkehr während der knapp drei Jahre währenden Bauzeit über die B 27 und die Gumpenbachbrücke laufen zu lassen, ist an einzelnen Tagen eine Sperrung unvermeidlich, hat das RP von Beginn an verlauten lassen. Fürs Wochenende hatte das RP zudem Ausnahmegenehmigungen für die Arbeiten eingeholt, die schon morgens um 7 Uhr begannen und bis 20 Uhr andauerten. Große Scheinwerfer sorgen an der Baustelle für das notwendige Licht. Während die Bauarbeiter am Samstag im strömenden Regen ganz für sich und unbeobachtet schaffen konnten, blieben am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein immer wieder Spaziergänger und Fahrradfahrer – im gebotenen Abstand – stehen, um die Bohrungen zu verfolgen. Besonders für die Kinder waren die Arbeiten eine willkommene Abwechslung.

Die Bohrlöcher werden laut Dr. Tim Weirich, Projektverantwortlicher des RP, für Verbauträger benötigt, die als nächstes eingesetzt werden. In der ersten Bauphase, mit der das RP im Januar begonnen hat, wird östlich der bestehenden Gumpenbachbrücke eine neue Brücke errichtet, über die mit einem Schwenk der Verkehr Richtung Ludwigsburg rollen wird. Erst wenn die fertiggestellt ist, wird mit dem Abriss der Westbrücke begonnen werden.

Den Neubau dieser für die Verkehrsinfrastruktur nördlich von Stuttgart enorm wichtigen Brücke lässt sich das Regierungspräsidium Stuttgart 27 Millionen Euro kosten. Das bestehende Bauwerk ist 66 Jahre alt und ziemlich marode. Schon seit Jahren gilt auf der Brücke Tempo 60, zudem sind die Fahrstreifen verschmälert worden.

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