Kornwestheim Dreifeldhalle könnte Realität werden

Von Peter Meuer und Marius Venturini
Eine mögliche Hallennutzung könnte laut Entwurf des Stadtverbandes so aussehen: zwei Felder für Volleyball, eines für Tischtennis. Foto: Archiv/Christine Biesinger

Kornwestheim - Die Zeichen mehren sich, dass Kornwestheim in naher Zukunft um eine Dreifeldhalle reicher wird. Schon im Herbst hatte vor allem die CDU-Fraktion während der Haushaltsberatungen im Gemeinderat dafür geworben, auf dem neuen Schulcampus Ost eine größere Halle – eben mit drei statt zwei Feldern – zu errichten. Nun werden die Stadträte und Stadträtinnen zeitnah darüber sprechen, ob die Dreifeldhalle Wirklichkeit werden könnte. Kommende Woche beraten die Ausschüsse des Kornwestheimer Gemeinderates zum Thema, einige Tage später wird dann wohl das Gesamtgremium eine Entscheidung treffen.

Noch vor einigen Monaten sah es so aus, als ob die Halle kleiner ausfallen wird. Dass im Osten der Stadt im Rahmen des rund 70 Millionen Euro teuren Campus-Neubaus auch eine neue Sporthalle entstehen wird, ist zwar schon länger klar. Allerdings betonte die Stadtverwaltung stets, zwei Felder würden reichen. Auch von den Schulleitungen waren Signale zu vernehmen, diese Größe reiche für den Schulsport völlig aus.

Vereine wollen die Halle auch nutzen

Der Wunsch nach einer größeren Halle stammt vor allem von den Sportvereinen. Sie würden die Halle gerne mitnutzen und wünschen sich entsprechenden Platz, gerade auch für Mannschaftssportarten, für Spiele wie auch fürs Training. Um nachzuweisen, ob es da wirklich Bedarf gibt, sollte der Stadtverband für Sport ein Exposé zuliefern, eine Art Update des Sportentwicklungsplans.

Nicht zuletzt Oberbürgermeisterin Ursula Keck hatte in Frage gestellt, ob eine neue Dreifeldhalle für den Vereinssport notwendig sei – und auch auf die zusätzlichen Bau- und die Folgekosten hingewiesen. Immerhin hat Kornwestheim in den vergangenen Jahren nicht wenig Geld in Sportstätten investiert, so entstand etwa die gut ausgestattete Hannes-Reiber-Halle. Das Papier des Stadtverbandes für Sport ging jedenfalls kurz vor Weihnachten im Rathaus ein. Wenig überraschend sehen die Sportfunktionäre den zusätzlichen Bedarf. Sie argumentieren mit Wartelisten in den Ballsportarten, neuen Trendsportarten, mit flexibler Nutzbarkeit für Sportarten mit mehr (Handball, Basketball) und weniger (Volleyball, Tischtennis) Platzbedarf. Die neue Dreifeldhalle würde auch zu einer „deutlichen Entlastung“ anderer Sporthallen, etwa in Pattonville, beitragen. Die Argumentation des Stadtverbandes zeitigte Wirkung. Die Stadt hat das Paper und weitere Vorgehen noch nicht kommentiert, sich aber offenbar mittlerweile – auch auf Aufträge aus dem Gemeinderat hin – an die Berechnung der Mehrkosten und eine Kapazitätenplanung gemacht. Unterdessen mehren sich im Gemeinderat die Stimmen quer durch alle Fraktionen, die einer Dreifeldhalle prinzipiell zustimmen würden.

Wie steht es um die CO2-Bilanz?

„Wir haben noch einmal die Frage in den Raum gestellt: Ist das notwendig?“, sagt etwa Thomas Ulmer, Fraktionschef der Grünen. „Wie ist die Auslastung der bestehenden Hallen?“ Auch habe man die Stadtverwaltung um eine CO2-Berechnung gebeten – was verursachen Abriss der bestehenden Halle und Neubau einer Dreifeldhalle ergo an Emissionen? Aber: „Wenn der Bedarf da ist, können wir durchaus zustimmen.“

Fraktionen würden mitziehen

„Wenn wir die Belegungspläne der Hallen richtig lesen können, dann kann man eigentlich nur feststellen, dass die Kapazitäten zwar nicht aus- aber ordentlich angeschöpft sind“, ergänzt Ender Engin, Fraktionsvorsitzender der FDP. Perspektivisch sei eine Dreifeldhalle unumgänglich. Kostentechnisch sei es cleverer, eine größere Halle – und einen größeren Schulcampus – zu bauen und die „leeren“ Raumverhältnisse für einen Pufferzeitraum zu unterhalten“, so Engin weiter. Der SPD-Fraktionschef Hans-Michael Gritz betont: „Aus Sicht der Sportler macht eine Dreifeldhalle mehr Sinn, das ist eigentlich auch der Standard beim Bau von Mehrfeldhallen.“ Es sei indes gut zu wissen, wie hoch der Mehraufwand einer Dreifeldhalle würde. Gritz ergänzt, seine Fraktion sei nach wie vor aus mehreren Gründen gegen den Bau des Campus Ost in der geplanten Größe. „Wir sind aber in der Abstimmung unterlegen, werden konstruktiv mitarbeiten“, so der Sozialdemokrat. Und: „Wenn wir schon einen Campus in der geplanten Größe aufbauen, dann kommt es auf die Erweiterung der Halle um eine Dritteleinheit auch nicht mehr an“, sagt er. „Wenn der Beschluss für eine Dreifeldhalle im Campus Ost fällt, dann freuen wir uns für Kornwestheim, die Schüler und die Vereine“, so Hans Bartholomä, christdemokratischer Fraktionsvorsitzender – der sich seit Monaten für die größere Halle einsetzt. Er freut sich, dass die „Diskussion an Fahrt aufgenommen“ hat.

Indes: Der Stadtverband für Sport hat auch gleich mit angeregt, die neue Halle mit allerlei mehr als „nur“ drei Feldern auszustatten: zusätzliche Räume, Bewirtungsmöglichkeiten, Platz für Zuschauer. Auch wenn die Dreifeldhalle kommt – alle geäußerten Wünsche, so ist es in Gesprächen mit Stadträten zu hören, wird man am Ende wohl nicht erfüllen können und wollen.

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