Kornwestheim Drohnen filmen über der B 27, während die Brücke einstürzt

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Die Gumpenbachbrücke wird für 27 Millionen Euro neu gebaut. Foto: Archiv/Dömötör

Kornwestheim - Wenn der westliche Teil der Gumpenbachbrücke am kommenden Samstag, 19. Dezember, gesprengt wird und mit lautem Getöse einstürzt, können Interessierte das zwar nicht persönlich verfolgen – aber doch vom Frühstückstisch aus. Die Vorarbeiten werden ab etwa 8 Uhr per Livestream über den Youtube-Kanal des Regierungspräsidiums Stuttgart übertragen, für 9 Uhr ist dann die eigentliche Sprengung angesetzt.

Schaulustige vor Ort sind indes in Corona-Zeiten verboten, wie die Stadt Kornwestheim und das Regierungspräsidium mitteilen. Das Ordnungsamt der Stadt weist darüber hinaus darauf hin, dass der Aufenthalt außerhalb der eigenen vier Wände von 5 bis 20 Uhr derzeit nur aus triftigen Gründen gestattet ist.

„Der beste Platz ist zu Hause“, befindet auch Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Sie finde es sehr gut und passend zur Corona-Zeit, dass das Regierungspräsidium Stuttgart als Träger der Baumaßnahme die Sprengung der Brücke per Livestream zeige, so die OB. Immerhin, so heißt es von der Stadt weiter, gibt es dabei sogar mehrere Blickwinkel zu bestaunen: Es werden zwei Drohnen und mehrere Kameras eingesetzt, die sowohl die vorbereitenden Arbeiten als auch die eigentliche Sprengung in Szene setzen.

Aus Sicherheitsgründen wird das Umfeld der Brücke zwischen 7.30 bis 9.30 Uhr weiträumig abgesperrt. Polizeibeamte, Mitarbeiter des Vollzugsdienstes der Stadt Kornwestheim, Feuerwehrleute sowie Helfer eines Sicherheitsunternehmens achten darauf, dass niemand diese Sperren passieren wird. Die etwa 20 Menschen, die in Gebäuden in einem Umkreis von etwa 50 Metern wohnen, müssen ihre Wohnungen verlassen.

Darüber hinaus wird ein weiterer Absperrbereich in einem Abstand von bis zu 150 Metern zur Brücke eingerichtet. Die Bewohnerinnen und Bewohner in diesem Bereich sind aufgefordert, sich während der Sprengung auf jeden Fall in ihren eigenen vier Wänden und nicht draußen, zum Beispiel in ihrem Garten, auf der Straße oder ihrem Balkon, aufzuhalten.

Um Beschädigungen an den Fahrzeugen zu vermeiden, empfehlen die Behörden zudem, die Fahrzeuge aus dem Absperrbereich zu entfernen oder in der Garage zu parken. Im Gefahrenbereich werden zudem Halteverbote eingerichtet sein. Fahrzeuge werden hier sofort kostenpflichtig versetzt. Das Halteverbot ist gültig ab Freitag, 18. Dezember 2020, 16 Uhr – und es wird natürlich kontrolliert. Auf der B 27 wird der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen kurzzeitig gestoppt, maximal wohl für die Zeit von 8.50 bis 9.15 Uhr. Spätestens dann soll der westliche Teil der Gumpenbachbrücke Geschichte sein.

Die Gumpenbachbrücke in Kornwestheim ist Teil der B 27 und Mitte der 50er-Jahre errichtet worden. Sie gilt als eine wichtige Verkehrsader in der Region Stuttgart. Im Laufe der Jahre ist das Bauwerk jedoch marode geworden. Das Regierungspräsidium Stuttgart investiert deswegen knapp 27 Millionen Euro in den Bau einer neuen Brücke.

Erneuert werden auch die Lärmschutzwände sowie die Ein- und Ausfädelungsstreifen an der Anschlussstelle Kornwestheim-Nord, außerdem der Fahrbahnbelag. Baubeginn war im Frühjahr 2020, die Fertigstellung ist für September 2022 geplant.

Nicht nur die Sprengung folgt dabei einem neuen Verfahren, der ganze Brückenneubau ist neuartig organisiert: Die Brückenteile entstehen, während der Verkehr weiter fließen kann. Eine Fahrspur führt bereits über das neue Brückenbauwerk in Seitenlage, die andere über die bestehende östliche Brücke.

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