Handball SVK mit Remis gegen Fürstenfeldbruck

Von Lars Laucke
Der letzte Punch gelang Felix Kazmeier zwar nicht, dennoch war die Freude über das Remis beim SV Kornwestheim groß. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Wenn nach einem Unentschieden die eine Mannschaft jubelnd im Kreis tanzt, während die andere eher bedröppelt vom Feld geht, dann ist wohl klar, für wen es eher ein gewonnener und für wen es eher ein verlorener Punkt war. Am Samstagabend waren es die Drittliga-Handballer des SV Kornwestheim, deren Gesichter nach dem 27:27 (13:14) gegen den Tabellenzweiten TuS Fürstenfeldbruck strahlten.

Dabei wäre in der Schlussphase vielleicht sogar noch der Sieg drin gewesen. Denn gut eine halbe Minute war noch auf der Uhr, als SVK-Trainer Alexander Schurr die letzte Auszeit nahm. Seine Mannschaft hatte also Ballbesitz und die Chance, mit dem letzten Punch die Partie zu entscheiden. Doch die Kornwestheimer gingen nicht mit der letzten Konsequenz in Richtung gegnerisches Tor, am Ende musste Felix Kazmeier einen schwierigen Wurf nehmen, der nicht wirklich gefährlich wurde. „Wir hatten ganz klar die Devise ausgegeben, dass Fürstenfeldbruck nicht mehr an den Ball kommen darf. Daher sind wir nicht mehr voll ins Risiko gegangen“, begründete Kazmeier anschließend den eher verhaltenen letzten Angriff.

Auf Risiko wollte der Trainer nicht spielen

Sein Trainer erläuterte diese Taktik noch etwas ausführlicher: „Wenn wir in einer normalen Saison als Tabellensechster, also im Mittelfeld der Tabelle, die Chance haben, den Zweiten zu schlagen, dann gehen wir ins Risiko. Aber diese Saison geht es darum, mindestens Sechster zu werden, um nicht in die Abstiegsrunde zu kommen. Daher wollten wir diesen Punkt unbedingt mitnehmen.“ Zumal ja nun die Weihnachtspause ansteht. „Man stelle sich vor, wir gehen auf Sieg, der Wurf wird geblockt, und wir fangen zwei Sekunden vor Schluss das entscheidende Gegentor. Dann säßen wir jetzt hier und würden mit diesen letzten Sekunden in die Pause gehen“, erklärte Schurr, der „ganz arg zufrieden mit dem Ergebnis“ war und seiner Mannschaft ein „Husarenstück gegen ein Top-Team der Liga“ bescheinigte. „Wir haben wieder gezeigt, dass wir zu Hause jedem Gegner gefährlich werden können.“

Das zeigte sich von Beginn an, als die Lurchis immer wieder vorlegten und nach 13 Minuten mit 8:5 vorne lagen. Doch als die Gäste schon früh den Torhüter wechselten und nun Benjamin von Petersdorff immer wieder starke Paraden zeigte, kam ein kleiner Bruch ins SVK-Spiel. Beim 12:13 lag man erstmals hinten und lief dem Tabellenzweiten bis in die Schlussphase stets hinterher. Dabei musste der Kornwestheimer Anhang immer wieder befürchten, dass der Favorit sich absetzen würde. Denn mehrfach betrug der Rückstand drei Tore, und es schien, als würde Fürstenfeldbruck so richtig ins Rollen kommen. „Wir sind ja dort fürchterlich unter die Räder gekommen“, erinnerte Alexander Schurr an das 29:42 im Hinspiel.

Peter Jungwirth ist Man of the Match

Doch seine Mannschaft ließ sich einfach nicht abschütteln und fand dann doch immer wieder Lösungen gegen die offensive Gästeabwehr. Es war schließlich Peter Jungwirth, der knapp drei Minuten vor Schluss vom Siebenmeterpunkt die Nerven behielt und das letzte Tor der Partie erzielte – nicht nur dafür bestimmte ihn sein Coach später zum „Man of the Match“ auf Kornwestheimer Seite. Der Geehrte verabschiedete sich schließlich mit herzlichen Worten von den Fans: „Ihr wisst wahrscheinlich gar nicht, wie wichtig ihr für uns seid. Kommt bitte im neuen Jahr wieder und bringt noch ein paar Leute mit!“

Aufstellung: Henke, David – Scholz, Zeppmeisel, Reusch (2), Jungwirth (8/1), Kugel (1), Kazmeier (9/2), Tinti (3), Schoeneck (1), Lantella (1), Lehmkühler, Döll (2), Hellerich, Hiller (3).