Kornwestheim Ein Stück Salamander in der Südpfalz

Von Anne Rheingans
Der Vorstand des Geschichtsvereins und Mitglieder stellten sich vor einer Salamander-Vitrine zum Erinnerungsfoto auf. Foto: priv/t

„Schuhe ziehen an“: Unter diesem Motto stand ein Besuch des Vereins für Geschichte und Heimatpflege Kornwestheim in der Pfalz. Der Vorstand war bei der Neueröffnung des Deutschen Schuhmuseums in Hauenstein zu Gast. Das hatte einen besonderen Grund: Zu sehen sind dort nun etliche Exponate der umfangreichen Salamander-Sammlung, die der Verein dem Museum gestiftet hat.

Der Vorstand des Kornwestheimer Vereins war der Einladung von Carl-August Seibel gefolgt. Der Vorstandsvorsitzendende des Deutschen Schuhmuseums und Schuhproduzent hatte zusammen mit dem Stiftungsratsvorsitzenden Michael Zimmermann dazu angeregt, bei der Eröffnung der vollständig neu konzipierten Dauerausstellung anwesend zu sein. In der Pfalz wurden die Kornwestheimer nicht nur von sonnigem Wetter, sondern auch den Gastgebern begrüßt. Auf großes Interesse stieß das neue Museum auch bei Vertretern der Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Die Deutsche Schuhprinzessin, Selina Victoria Ferkah, war ebenfalls anwesend.

Vorstand beeindruckt von neuer Ausstellung

2018 hatte der Verein für Geschichte und Heimatpflege Kornwestheim dem Museum die Schuh-Muster-Kollektion der Fabrik Salamander mit mehr als 4000 Schuhpaaren und Einzelschuhen übergeben. Sie stammen aus der Zeit der Gründung des Unternehmens Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Auflösung im Jahr 2004. Ergänzt wird die Kollektion durch historische Werbeartikel.

Christa Mack, die Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Heimatpflege Kornwestheim, zeigte sich sehr angetan von dem, was in vier Jahren in einem vollständig renovierten denkmalgeschützten Bauhaus-Fabrikgebäude in Hauenstein entstanden ist. „Wie hier professionelle Sachkenntnis, Engagement und didaktisches Geschick eine Groß und Klein ansprechende Ausstellung geschaffen haben, ist beeindruckend“, wird sie in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert. Und weiter: „Besonders freut uns natürlich, dass Salamander im gesamten Museum präsent ist.“ Ihr Dank richtete sich an die Salamander-Expertin des Vereins, Ruth Kappel, die in den vergangenen anderthalb Jahren dem Ausstellungsteam mit ihrem Fachwissen zur Seite stand.

Eine einzigartige Sammlung

Auch die Vertreter des Deutschen Schuhmuseums in Hauenstein würdigten die Kollektion aus Kornwestheim als eine „einzigartig Sammlung in Deutschland“. Die vom Verein übergebenen circa 4000 Schuhe wurden inzwischen durch Übernahme weiterer Sammlungen von Salamander-Stücken um rund 300 Schuhe ergänzt. Auch alle Salamander-Exponate, die nicht in der Ausstellung zu sehen sind, wurden in den zurückliegenden vier Jahren fachgerecht aufgearbeitet, digitalisiert und inventarisiert. Sie lagern jetzt in einem separaten Fabrikgebäude in der Nähe des Museums, teilt der Geschichtsverein mit.

In der neuen Ausstellung werden auf drei Stockwerken die Herstellung, der Handel und die Bewerbung von Schuhen präsentiert. Ausgestellt wird auch das Schuhwerk von Prominenten. Es geht um den Schuh als wertvolles Kulturgut und modisches Statement. Auch die Schattenseiten der Schuhindustrie von gestern und heute sind jetzt Thema der neuen Ausstellung.

Menschen rücken in den Fokus

„Das neue Konzept beinhaltet bewusst nicht nur Maschinen, Leder und industrielle Themen. Die Mode und der Handel mit Schuhen, das heißt nicht zuletzt die Menschen in unserer Branche rücken in den Fokus und erhalten hier den Stellenwert, den sie verdienen“, sagte Carl-August Seibel bei der Eröffnung. Der Vorsitzende des Stiftungsvorstands berichtete den Gästen von der langen, teils herausfordernden und manchmal anstrengenden Bauphase. Man habe teilweise alte Zöpfe abschneiden und sich von so manchem lieb gewonnenen Ausstellungsstück trennen müssen.

Carl-August Seibel lobte die Beteiligten für den unermüdlichen Einsatz. Dem Land und diversen Stiftungen dankte er für die großzügige Unterstützung. Insgesamt betrugen die Kosten für Umgestaltung, Renovierung und Erweiterungsbau des Museums rund 1,6 Millionen Euro.

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