Kornwestheim Ein Weihnachtsbaum geht in die Luft

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Ein Tannenbaum fliegt durch die Lüfte. Foto: Dominik Florian

Kornwestheim - Gespannt gehen am Mittwochmorgen die Blicke der Erstklässler der Silcherschule in Richtung des Kornwestheimer Rathausturms. Wohl wissend, dass in wenigen Minuten der Weihnachtsbaum der Stadt Kornwestheim vom Marktplatz aus in die Lüfte gehen und auf dem Dach des 48 Meter hohen Gebäude landen wird. Um 10.30 Uhr ist es dann soweit, ein Kran hebt den 13 Meter hohen Baum in die Höhe und setzt ihn Zentimeter genau auf dem Flachdach des Rathauses ab. „Es ist natürlich immer etwas Besonderes. Und auch wenn wir das ja schon so viele Male gemacht haben, ist immer noch eine gewisse Anspannung da“, sagt Bauhofleiterin Martina Kurz, fügt aber hinzu: „Aber wir haben alles gut vorbereitet und das Wetter passt auch.“

Bereits am Montag wurde die etwa 1,5 Tonnen schwere Fichte, die von einer Bürgerin gespendet wurde, im Finkenweg von Mitarbeitern des Bauhofs gefällt, zum Marktplatz transportiert und dort aufgestellt. Zwei Tage lang konnten die Kornwestheimer das weihnachtliche Wahrzeichen betrachten, ehe dieses dann behängt mit Lichterketten und einem Transportseil an diesem Mittwochmorgen in die Luft gehen soll.

Das übernimmt aber nicht der Sprengmeister, sondern der Kranführer eines rund 100 Tonnen schweren Spezialkrans, der auf der weiträumig abgesperrten Stuttgarter Straße parkt. „Das ist aber auch für unsere Mitarbeiter in jedem Jahr ein großes Ereignis, auf das wir uns alle freuen“, sagt Martina Kurz. Entsprechend gewissenhaft inspizieren die Bauhofmitarbeiter den Baum bei den Vorbereitungen. Und nicht der Trupp der Stadt schaut ganz genau hin, sondern auch eine Gruppe Mädchen und Jungen aus der Silcherschule. „Wo kommt der Baum hin?“, „Wo wird der Kran festgemacht?“, fragen die Erstklässler, die gemeinsam mit ihrer Lehrerin jeden Handgriff der Arbeiter interessiert beobachten.

Geduldig beantwortet das in Neongelb gekleidete Team des Bauhofs die Fragen der Schülerinnen und Schüler. Kurze Zeit später winkt ein halbes Dutzend der Männer dann den Kindern vom Dach des Rathausturms zu. Viel zu sehen gibt es aber zunächst am Boden. Erst wird der Kran Meter um Meter ausgefahren, immer länger und länger wird der Ausleger und umso größer werden auch die Augen der Erstklässler.

Dann geht es ganz schnell: Erst wird der Haken des Krans am Transportseil befestigt und schon geht es hinauf. In wenigen Sekunden wird der Weihnachtsbaum unter gebannten Blicken der Heranwachsenden und weiterer Beobachter in den Himmel gehoben, schwebt über den Dächern Kornwestheims und landet schließlich auf dem Rathausturm.

Was dann auf dem Flachdach passiert, können die Kinder aus rund 50 Metern Entfernung nur noch erahnen. Zuerst greift Michael Krehl, Mitarbeiter der Stadtgärtnerei, zur Motorsäge, kürzt den Baum und sägt den Stamm passgenau zu. „Ich bin zum ersten Mal dabei, wenn der Baum aufgestellt wird. Bisher konnte ich ihn nur aus der Ferne betrachten“, sagt Michael Krehl mit einem breiten Lächeln.

Bis der Weihnachtsbaum dann perfekt in den übergroßen Ständer aus massivem Stahl passt, braucht es aber ein paar Anläufe. Per Funk navigiert eine Mitarbeiterin des Kranunternehmens Wiesbauer den Kranführer aus der Höhe, sodass der Baum um 11.30 Uhr schließlich in der Mitte des Daches steht. Als die Männer des Bauhofes dann anschließend mit Spanngurten den Baum ins perfekte Lot bringen und die Beleuchtung, die in diesem Jahr erstmals aus energiesparenden LED-Lampen besteht, anschließen, sitzen die Schülerinnen und Schüler schon längst wieder in ihren Klassenzimmern.

Den Schulschluss können die kleinen Beobachter dann sicherlich kaum erwarten, denn bereits am Nachmittag, als es langsam dunkel wird, gehen die Lichter auf dem Dach an, weshalb nicht nur die Kinder der Silcherschule noch einmal gebannt in Richtung des Rathauses blicken.

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