Kornwestheim Ein Zaun zum Schutz vor Plünderern

Von
Engagiert sich in Afrika: Christian Löwes Foto: Peter Meuer

Pattonville - Nach Kamerun zu gelangen ist nicht immer einfach. Das Visum in diesem Jahr zu bekommen, das hat Christian Löwes Mühe gekostet. Beim kamerunischen Honorarkonsulat in Essen beantwortete zunächst niemand seine Anfrage, das Telefon hob niemand ab, online ging auch nicht viel. Der Pattonviller Löwes befürchtete schon, nach Berlin zur Botschaft fahren zu müssen.

Soweit ist es dann doch nicht gekommen. Mittlerweile sei alles in geordneten Bahnen, berichtet er erleichtert. Am 31. Oktober ist es nun soweit: Für Christian Löwes geht es wieder nach Afrika, knapp zwei Wochen lang. Begleitet wird er von seinen Freunden Michael Kapf und Thomas Jaback, letzterer ist schon einmal vorausgeflogen.

Eine Erholungsreise wird die Angelegenheit nicht. Löwes und seine Mitstreiter reisen einmal für den Stuttgarter Verein Afrika-Hilfe Mandoumba in den gleichnamigen Ort, der gut 60 Kilometer westlich der Hauptstadt Yaoundé liegt. Diesmal steht ein neues Projekt im Fokus: Um das örtliche Krankenhaus soll ein Zaun gebaut werden. Christian Löwes und die anderen Besucher aus Deutschland errichten ihn gemeinsam mit Handwerkern und weiteren Helfern aus dem Dorf. „In dem Krankenhaus gibt es wertvolle Medikamente, das ist ein lohnendes Ziel für Plünderer“, sagt Löwes. Davor solle der Zaun die Einrichtung schützen, ergänzt er. Das Geld für den Zaun stammt unter anderem von einer größeren Spende aus einem Fonds von Daimler, auch hat der Verein in den vergangenen Monaten Geld über Spenden zusammengetragen.

Da gab es beispielsweise eine Wahlveranstaltung der Freien Wähler vor den Kommunalwahlen, bei der die Band Unverdünnt auftrat. Spontan ließ man den Hut rumgehen, das Geld kam der Afrikahilfe zugute. Auch eine katholische Kirchengemeinde in Stuttgart spendete bereits ihr Opfer. Für den 26. November ist darüber hinaus eine Benefizveranstaltung im Stuttgarter Rupert-Mayer-Haus mit dem Autor Petrus Ceelen geplant. Auch hier sollen fünf Euro pro verkauftem Buch an den Stuttgarter Verein gehen.

In dem hat der Pattonviller Löwes nun übrigens mehr Verantwortung übernommen: Im Mai wurde er zum ersten Vorsitzenden gewählt. „Wie das eben so ist“, berichtet er schmunzelnd, „das muss halt jemand machen“, sagt er. Zur Afrikahilfe Mandoumba kam er vor etwa zwei Jahren, als er Thomas Jaback kennenlernte. Jaback stammt aus Kamerun, lebt mit seiner Frau in Deutschland und ist seinerseits wiederum ein Kollege von Löwes’ Frau, die im Stuttgarter Kinder- und Familienzentrum arbeitet. Den Verein Afrikahilfe Mandoumba gab es da schon, Löwes begann sich zu engagieren.

Er war bereits 2017 in Mandoumba und half, einen Kindergarten zu renovieren. Wie die Dorfbewohner den runderneuerten Kindergarten angenommen haben und in diesem arbeiten, auch das will er bei dem Besuch im November in Erfahrung bringen. Darüber hinaus sind im Kindergarten – der Zaun um das Krankenhaus ist ja nicht das einzige aktuelle Projekt – weitere Arbeiten geplant. „Wir wollen Fliesen legen und versuchen, den Außenbereich etwas attraktiver zu gestalten“, berichtet der 42 Jahre alte Christian Löwes.

Zudem müsse in der Schule die Toilette gerichtet werden. „Hier besteht wohl die Gefahr, dass die Schüler durch den Boden krachen, da dieser stark beschädigt ist“, erläutert der Vereinsvorsitzende.

Wo sie unterkommen? Neben dem Krankenhaus gibt es ein Haus, in dem gewöhnlich der Arzt lebt – dieser überlässt seine Räume im November für ein paar Wochen den Helfern aus Deutschland. Und übrigens: Auch über Geld- und Sachspenden freut sich der Verein noch, betont Löwes. Er selbst und sein Kollege wollen ihre Kleidung im Handgepäck transportieren. „Dann haben wir noch zwei große Koffer zur Verfügung, um den Menschen etwas mitzubringen“, sagt er.

Fotostrecke
Artikel bewerten
5
loading
 
 

Sonderthemen