Kornwestheim „Eine Einbahnstraße ist eine Option“

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Der östliche Gehweg ist schon fertig und nicht sehr breit. Foto: Werner Waldner

Kornwestheim - Ein eifriger E-Mail-Verkehr herrscht zwischen den Anwohnern der Bergstraße und der Stadtverwaltung Kornwestheim. Im Anhang der Schreiben aus der Bürgerschaft finden sich dann immer wieder Fotos mit einem Zollstock, der insbesondere eine Zahl nicht anzeigt: 1,40.

So breit soll nach Auskunft der Stadt der Bürgersteig auf der Ostseite der Bergstraße werden. Die Anwohner haben nachgemessen und kommen auf Werte von 1,38 Meter bis lediglich 88 Zentimeter. Ein Nachbar im Schreiben an die Stadt: „Sie sollten die Meterstäbe, die die Stadt zur Verfügung hat, entsorgen und neue kaufen.“ Baubürgermeister Daniel Güthler räumt ein, dass der Ost-Gehweg eher schmal ist, im Bereich eines Verteilerkastens messe er in der Tat nur 90 Zentimeter. Aber das reiche immer noch für einen Kinderwagen. Wer eine komfortable Breite haben wolle, der müsse auf die Westseite ausweichen, wo der Bürgersteig zwischen 2,20 und 2,30 Meter messe.

Aber über wenige Zentimeter mag sich Güthler mit den Anwohnern gar nicht auseinandersetzen. Darum, ist er sich sicher, geht es den Nachbarn auch nicht, sondern um die künftige Nutzung der Straße, die nach dem derzeit erfolgenden Umbau um 50 Zentimeter auf sechs Meter verbreitert wird. Der Grund: Ein Auto und ein Fahrradfahrer sollen sich in der Bergstraße, in der auf der Westseite geparkt werden darf, problemlos begegnen können. Für zwei Pkw wird es auch künftig nicht reichen. Ein Fahrzeug wird in eine Parklücke ausweichen müssen, damit man aneinander vorbeikommt.

Güthler widerspricht Behauptungen, dass die Berg- zur Zufahrtsstraße für die Baustelle der Gumpenbachbrücke werden solle. Es sei mit dem Regierungspräsidium Stuttgart, das für die Großbaustelle verantwortlich ist, vereinbart, dass die Lkw von der Zeppelinstraße über die Mühlhäuser Straße den Einsatzort ansteuern.

Schon mehrfach ist in Sitzungen des Gemeinderats und seiner Ausschüsse angeregt worden, aus der Berg- eine Einbahnstraße zu machen – auch vor dem Hintergrund, dass dort künftig mehr Verkehr rollen dürfte, sollte das Wohnbauprojekt Rothacker-/Sprecher-Areal mit 75 neuen Wohnungen in neun Mehrfamilienhäusern verwirklicht werden. Güthler hält die Einbahnstraße durchaus für eine „Option für die Zukunft“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Und mit der neuen Breite würde es auch kein Problem darstellen, dass sich Auto- und Fahrradfahrer in der Bergstraße begegneten.

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