Kornwestheim Eine Jazzmusikerin mit Nähe zum Popund zur Klassik

Von
Olivia Trummer Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - Die gebürtige Kornwestheimerin Olivia Trummer hat Jazzklavier und klassisches Klavier in Stuttgart studiert und danach an der Manhattan School of Music weiter an ihrer Musik gefeilt. Sie ist für ihr Schaffen vom Land Baden-Württemberg ausgezeichnet worden.

Frau Trummer, Glückwunsch. Sind Sie überrascht gewesen, als Sie erfahren haben, dass Sie den Jazzpreis des Landes erhalten?

Ja und nein. Ich war in der Vergangenheit schon mehrfach nominiert und somit offenbar auf dem Radar der Jury. Die Möglichkeit des Gewinns stand also schon mehrmals im Raum. Nun hat es tatsächlich geklappt und ich freue mich natürlich sehr.

Zum wirklich Wichtigen: Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert. Was machen Sie damit?

(lacht) Ich werde das Geld in meine künstlerische Weiterentwicklung investieren, vielleicht in eine Produktion, also zum Beispiel ein neues Album, oder in eine Art der künstlerischen Weiterbildung.

Wie wollen Sie sich denn weiterbilden?

Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, für ein halbes Jahr nach New York zu gehen und dort mit anderen Musikern zu arbeiten – mich also in ein besonderes Umfeld zu begeben und dabei Neues aufzusaugen.

Warum nach New York?

New York ist nur beispielhaft für eine Stadt, die seit meiner Studienzeit nicht aufhört, mich zu inspirieren und zu faszinieren. Es könnte auch ein ganz anderes Umfeld sein. Das kann ich noch nicht sagen.

In der Begründung der Jury werden Sie als ‚virtuose, sich in vielen Stilen bewegende Pianistin’ bezeichnet. Wie würden Sie ihren Stil denn selbst beschreiben?

Ich sehe mich als Jazz-Musikerin, mit Nähe zur Klassik, zum Pop und zur Singer-Songwriter-Sphäre. Das spontane und kreative Element des Jazz hört man auf jeden Fall in meiner Musik. Von meiner klassischen Ausbildung habe ich aber auch die Ästhetik des schönen Tons und der klaren Kompositionen verinnerlicht. Ich sitze sozusagen ‚zwischen den Stühlen’, ohne mir dessen allzu bewusst zu sein.

Und wo geht’s für Sie als Nächstes hin?

Im Mai habe ich eine kleine Tour zusammen mit der israelischen Jazz-Flötistin Hadar Noiberg. Wir spielen drei Konzerte, bei denen wir unser erstes gemeinsames Album ‚The Hawk’ vorstellen: in Berlin, Hamburg und Reutlingen. Danach konzentriere ich mich auf einige Solo- und Trio-Konzerte und natürlich auf das große offizielle Preisträgerkonzert des Jazzpreises am 28. Juli im Stuttgarter Theaterhaus.

Wann kommen Sie mal wieder nach Kornwestheim?

Ich bin im Kontakt mit verschiedenen Konzertorten, aber fixe Termine für Kornwestheim oder Ludwigsburg gibt es momentan leider noch nicht. Zum Glück ist das Stuttgarter Theaterhaus ja nicht weit weg. . .

Artikel bewerten
0
loading
 
 

Sonderthemen