Kornwestheim Eine „komische Saison“ liegt hinter dem VfB

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Der VfB feiert in eigenen Aufstiegsshirts die Rückkehr in die 1. Bundesliga. Foto: dpa/Tom Weller

Kornwestheim - Trotz einer wenig ruhmreichen 1:3-Heimpleite am abschließenden Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga hat der VfB Stuttgart den Aufstieg klargemacht. Die Saison der Roten aus Bad Cannstatt war eher durchwachsen – finden auch Kornwestheimer VfB-Kenner:

Vereins- und Fanclubmitglied, Dauerkarteninhaber, Teil des Mitgliederausschusses: Marcus Gessl ist voll dabei beim VfB. So hat der Vorsitzende des Stadtverbands für Sport auch eine klare Meinung zum Abschneiden der Roten: „Ich hätte nicht gedacht, dass sie sich so schwertun“, sagt er einen Tag, nachdem das Team von Trainer Pellegrino Materazzo den Wiederaufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga endgültig unter Dach und Fach gebracht hat. Gessl weiß aber auch: „Mit so einem prognostizierten Aufstieg umzugehen, ist aber natürlich auch nicht einfach.“ Am Ende habe der VfB jedoch als einzige der drei Absteiger die Rückkehr nach oben geschafft. „So ist der Aufstieg doch verdient“, sagt Gessl, der für die kommende Spielzeit im Oberhaus Verstärkungen in Abwehr, Mittelfeld und Sturm fordert.

Gessl: „So ist der Aufstieg doch verdient“

Auch Michael Uhse, Vorsitzender des SV Pattonville und ebenfalls VfB-Fan, sieht den aktuellen Kader noch nicht erstligatauglich. „Das fängt beim Torspieler an und gilt auch für alle anderen Mannschaftsteile“, sagt er. Zum Saisonabschluss, der den Stuttgartern mit einer 1:3-Heimpleite gegen Darmstadt 98 gründlich missriet, fällt Uhse daher auch ein: „Vielleicht sehen die Verantwortlichen so, dass die Mannschaft in ihrer jetzigen Form in der Bundesliga keine Chance hätte.“ Im Allgemeinen sei es eine „wirklich komische“ Zweitligasaison gewesen.

Der Ludwigsburger Landrat und Kornwestheimer Dietmar Allgaier ist nicht nur seit Jahr und Tag VfB-Fan, sondern außerdem im Verein engagiert, derzeit arbeitet er in einer Arbeitsgruppe zur Vereinssatzung mit. Allgaier konnte das Spiel gegen Darmstadt nicht sehen, hat es aber im Liveticker verfolgt. „Auch wenn sich abgezeichnet hat, dass am letzten Spieltag nicht mehr viel passieren kann – ich habe mich sehr gefreut“, sagt er. Allerdings werde die neue Saison in der ersten Liga alles andere als leicht. „Physisch und psychisch muss ein Ruck durch die Mannschaft gehen“, sagt Allgaier. Er hoffe, der Trainer nutze die Sommerpause, um frischen Wind reinzubringen. „Das Ziel muss sein, die Spiele auch zu gewinnen, die man gewinnen kann und sich von Anfang an stabil zumindest im Mittelfeld zu platzieren.“

Allgaier: „Ich habe mich sehr gefreut“

Und wie war zuletzt die Stimmung im Brünnle, der offiziellen VfB-Fankneipe in Kornwestheim? Kneipenwirt Marcel Demirok berichtet: Nach dem 6:0-Sieg gegen Nürnberg in der Vorwoche habe es kein Halten gegeben. Nach der Niederlage am Sonntag sei die Stimmung trotz des Aufstiegs „nicht ganz so gut“ gewesen, aber man habe sich für Mario Gomez gefreut, der ein Abschiedstor schoss. Wie schwer es für den VfB wird? „Ich denke, Ziel sollte Platz zehn bis vierzehn sein“, sagt Demirok. „Wir sind nicht aufgestiegen, weil wir die gesamte Saison über überragend gekickt haben, sondern weil wir auch Glück hatten, dass unsere Verfolger wichtige Punkte liegen gelassen haben.“

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