Kornwestheim Endspurt nach ein paar Verzögerungen

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Das renovierte Schwesternhaus der katholischen Kirchengemeinde kann im Juli endlich seine Tore öffnen. Foto: /Sophia Herzog

Kornwestheim - Viel renoviert und gebaut wurde hier in den letzten Monaten, jetzt ist Endspurt angesagt: Das Martinushaus der katholischen Kirchengemeinde Kornwestheim an der Johannesstraße ist fast fertig. Das berichtet Pfarrer Franz Nagler. 2019 begann der Umbau des ehemaligen Schwesternhauses der Franziskanerinnen – wie das häufig so ist mit Bauvorhaben, gesteht Nagler, habe sich auch dieses verzögert.

Im Juli soll es aber endlich soweit sein, „dann eröffnen wir auf jeden Fall“, bestätigt der Pfarrer. Türen und Aufzüge wurden gerade eingebaut, die Regale im zukünftigen Tafelladen angeschraubt, bald wird auf der Terrasse final noch der Boden fertig verlegt. Am meisten zu tun, sagt Pfarrer Franz Nagler, sei noch im Obergeschoss des Gebäudes.

Das Martinushaus solle als Kommunikationszentrum gelten und „als Haus das ausmachen, was auch die katholische Gemeinde im Herzen ausmacht“, erzählt Nagler. Deshalb sei besonders der soziale Aspekt sehr wichtig: Im Untergeschoss des Martinushauses sollen Kleiderstüble und Tafelladen ein Zuhause finden. Dafür wurden die Räume mit Regalen für die Tafelausgaben und passenden Möglichkeiten zum Sortieren und Präsentieren der gebrauchten Kleidungsstücke angelegt.

Herzstück des Martinushauses wird der Multifunktionsraum im Erdgeschoss sein. Hier soll ein Café entstehen. Für das Erdgeschoss sind weiterhin Räume für eine Krabbelgruppe und einen Meditationsraum gedacht. Im ersten Stock entstehen Konferenzzimmer, im zweiten und dritten Geschoss wird es insgesamt fünf Sozialwohnungen geben. Dort, berichtet Franz Nagler, müsse bis zur Eröffnung auch noch am meisten gearbeitet werden.

In welchem Rahmen die Eröffnung des Martinushauses im Juli angesichts der Coronapandemie gefeiert wird, weiß Pfarrer Nagler noch nicht. Nur soviel: Gefeiert werde „auf jeden Fall.“ Am Palmsonntag etwa habe die katholische Kirchengemeinde am Martinushaus einen Gottesdienst im Freien veranstaltet, der Altar wurde auf der Terrasse des Hauses aufgebaut, die Gemeindemitglieder versammelten sich mit Coronaabstand davor. „Wenn es nicht gerade regnet, wird das sicherlich eine Möglichkeit sein.“ Auch eine Hausbegehung hält Nagler für umsetzbar. „Es ist dann an uns, das Martinushaus mit Leben zu füllen.“

Das Martinushaus wird nicht das einzige Bauvorhaben der katholischen Kirchengemeinde bleiben. Anfang März wurde in einer Sitzung des Kirchengemeinderats ein erster Entwurf für die Neugestaltung des Platzes vor dem Martinushaus und des Kirchplatzes vorgestellt.

Die Außenflächen sollen das verbindende Glied zwischen dem neuen Martinushaus im Westen, der Kirche im Süden und dem Pfarramt im Osten werden. So sei eine Grünfäche mit Spielgeräten für die Krabbelgruppe des ehemaligen Schwesternhauses geplant. Vor dem nördlichen Haupteingang der Kirche werden zwei Bäume gepflanzt, darum herum entstehen Sitzmöglichkeiten. Außerdem soll es Abstellmöglichkeiten geben, etwa für Fahrräder. Beleben soll den Platz auch die Terrasse des neuen Martinushauses, auf der Besucher nach einem Gottesdienst noch einen Kaffee trinken können – mit Blick auf den neuen Platz und die Kirche St. Martinus.

Fertig werden sollen die Außenflächen bis Sommer 2022, berichtet Franz Nagler. „Gerade sind die Genehmigungsverfahren angelaufen.“ Ausschreibungen für die Neugestaltung plant die katholische Kirchengemeinde für Ende des Jahres. Die Kosten für beide Bauprojekte – der Umbau des Martinushauses und die Neugestaltung der Außenflächen – belaufen sich laut Nagler auf 1,8 Millionen Euro. Bezahlt werden die Kosten zum Großteil aus eigenen Mitteln. „Unsere Gemeinde ist zum Glück schuldenfrei“, betont der Pfarrer. Darlehen mussten nur im kleinen Rahmen aufgenommen werden.

 
 

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