Kornwestheim „Farbenrausch“: Neue Schau hat Besonderheiten zu bieten

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Agnes Henninger (links), Schwiegertochter des verstorbenen Malers, und Kuratorin Saskia Dams präsentierten die Werke. Foto: Anne Fuhrmann

Kornwestheim - Bunte Flecken, kräftige Pinselstriche, satte Farben: Das ist das Erste, was man beim Blick auf die Arbeiten von Manfred Henninger sieht. Doch bei näherem Betrachten gibt es viel mehr zu entdecken. Vor 125 Jahren kam der Künstler in Backnang auf die Welt. In dieser Woche beginnt die fast ein Jahr währende Ausstellung mit Werken des spätimpressionistischen Malers im Museum im Kleinhues-Bau. Kuratorin Saskia Dams hat sich dafür mehrere Besonderheiten einfallen lassen.

„Farbenrausch: Die Natur im Werk des Spätimpressionisten Manfred Henninger“ ist die Schau überschrieben. Damit sind die beiden Schwerpunkte bereits genannt. Während sich vergangene Ausstellungen an der Biografie des Künstlers orientierten, sind die Werke dieses Mal nicht nach Schaffensphasen oder chronologisch angeordnet, sondern rein thematisch ausgewählt worden. Henninger habe bewusst Farben in den Fokus seiner Werke gestellt, erklärte Dams, zugleich Leiterin des Museums, bei einem Pressegespräch. Daher habe sie sich entschieden, einige der Bilder an bunte Stellwände zu hängen, die die Farben aus den Werken widerspiegeln.

In den Arbeiten von Manfred Henninger spielt die Natur eine wichtige Rolle. „Sie war für ihn eine Art Zauberwort. Er wollte die Atmosphäre der Landschaft einfangen“, sagte Dams. In der neuen Ausstellung finden sich daher wilde Wälder, Gebirgswelten, Felsen und Wasserfälle, aber auch vom Menschen gestaltete Landschaften.

Der Stil des 1986 verstorbenen Künstlers ist als recht modern einzustufen. Farbflächen sind nebeneinander- und aufeinandergesetzt, klare Konturen gibt es nicht. „Er bewegt sich an der Grenze zum Abstrakten, ohne den Fokus zu verlieren. Man erkennt immer, was er darstellen wollte“, führte Dams aus. Unbestreitbar ist der Einfluss des Impressionismus. Auch Manfred Henninger begann seine Werke im Freien direkt vor dem Motiv und arbeitete sie anschließend im Atelier aus. Seine Motive und Maltechnik erinnern an Max Liebermann, Paul Cézanne, Vincent van Gogh und Claude Monet.

Der Großteil der jetzt ausgestellten Werke stammt aus dem Fundus der Schenkungen der Familie Henninger an die Stadt Kornwestheim, erklärte Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Zu sehen sind aber auch zehn Leihgaben, die Agnes Henninger, die Schwiegertochter des Malers, dem Museum für die Ausstellung zur Verfügung stellt. So werden jetzt einige Gemälde gezeigt, die noch nie zuvor in Kornwestheim präsentiert wurden.

Zudem hat sich Saskia Dams eine weitere Besonderheit überlegt: Im hinteren Bereich des Ausstellungsraums sind die Werke für Kinder in niedriger Höhe aufgehängt. Dort können junge Besucher an einer Malstation selbst künstlerisch tätig werden.

Neu ist außerdem, dass es zu dieser Schau ein sehr umfangreiches Begleitprogramm gibt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Kunstvermittlung und auf Kooperationen, die das Museum eingegangen ist.

 
 

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