Kornwestheim Feuerwehr verhindert Katastrophe

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Die Feuerwehr hat Schlimmeres verhindert. Foto: 7aktuell.de/Nils Reeh

Kornwestheim - Schon von weitem war die Rauchsäule zu sehen, beißender Qualm waberte durch die Kornwestheimer Weststadt. Am Samstagabend gegen 20.15 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Brand im Bereich der Bolzstraße gerufen. In unmittelbarer Nähe des Güterbahnhofs war eine Hütte in einem der dortigen Schrebergärten in Brand geraten. Ersten Ermittlungen zufolge hatte ein Holzofen das Feuer ausgelöst. Die Flammen griffen auf eine Hecke über und breiteten sich auf zwei weitere Hütten aus. Prekär: Auf den Gleisen direkt daneben befand sich ein mit Gefahrgut beladener Güterzug, auf welchen das Feuer ebenfalls überzugreifen drohte. Die Kornwestheimer Feuerwehr verhinderte dies jedoch, indem sie die Waggons mit Wasser kühlte.

„Die Kesselwagen haben Benzin geladen“, berichtete Feuerwehr-Pressesprecher Peter Schraud vor Ort, kurz bevor der komplette Zug von Bahnbediensteten aus der Gefahrenzone herausrangiert wurde. Die Brandschützer hatten bis dahin die Oberflächentemperatur der bedrohten Kessel mit einer Wärmebildkamera überwacht. „Und die Temperatur war erschreckend hoch“, so Schraud, „Wir haben wirklich Glück gehabt.“ Am Ende des Einsatzes zählte der Pressesprecher dennoch zwei verletzte Einsatzkräfte. Ein Feuerwehrmann habe Kreislaufprobleme gehabt, ein anderer sei von einer Schlauchkopplung in den Bauch getroffen und vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht worden.

Die Löscharbeiten waren gegen 1 Uhr am Sonntagmorgen beendet – und sie seien alles andere als einfach gewesen, betont Schraud. Das habe daran gelegen, dass ein direkter Zugang zur Brandstelle nicht möglich gewesen sei. So musste die Feuerwehr rund 1,2 Kilometer Schläuche verlegen, von der Bolzstraße über Fußwege und durch eine Unterführung bis zur Westseite der Gleise, wo die Flammen wüteten. Am Ende setzten die Helfer noch Schaum ein, um die letzten Glutnester zu löschen.

Drei Wohngebäude in der Umgebung wurden aufgrund der immensen Rauchentwicklung vorsorglich geräumt. Die Bewohner konnten jedoch noch in der Nacht in ihre Wohnungen zurückkehren. „Die Rauchsäule war bis zum Korber Kopf sichtbar“, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. Die Höhe des entstandenen Schadens könne aktuell noch nicht beziffert werden. „Es wurden jedoch zwei Gartengrundstücke erheblich und ein weiteres leicht in Mitleidenschaft gezogen“, heißt es von der Polizei außerdem. Am Gleiswerk, Wagen sowie der übrigen Bahn sei nach aktuellem Stand kein Schaden entstanden.

Die Freiwillige Feuerwehr Kornwestheim war mit neun Fahrzeugen und 50 Mann, der Rettungsdienst mit zehn Fahrzeugen, 46 Mann sowie einem Leitenden Notarzt und dem Organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes im Einsatz. Der Bevölkerungsschutz wurde verständigt und kam ebenfalls zur Brandstelle, ebenfalls der Kreisbrandmeister. Die Landespolizei war mit vier Fahrzeugen, zwei Motorrädern und zehn Beamten, die Bundespolizei mit zwei Fahrzeugen und vier Mann vor Ort.

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