Kornwestheim Flammen wüten in Kleingartenanlage

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Ein verheerendes Bild: die Kleingärten am Oßweiler Weg. Foto: Dominik Florian

Kornwestheim - Die Feuerwehr Kornwestheim ist bei den hochsommerlichen Temperaturen weiter im Dauereinsatz. Am späten Mittwochabend wurde die Wehr gegen 23 Uhr in die Kleingartenanlage „Wehrmachtsstadion“ im Oßweiler Weg gerufen: in einem der Gärten war ein Feuer ausgebrochen und griff auf benachbarten Parzellen über. Mit der Unterstützung der Feuerwehren Ludwigsburg und Poppenweiler wurde der Brand, der sich auf einer Fläche von 300 Quadratmetern ausgebreitet hatte, gelöscht. Verletzte gab es dabei keine.

„Wir hatten das Feuer schnell unter Kontrolle und konnten ein Übergreifen auf weitere Grundstücke verhindern“, sagt Matthias Häußler, Kommandant der Feuerwehr Kornwestheim. Insgesamt waren zehn Fahrzeuge und 58 Einsatzkräfte vor Ort. Die Ursache für das Feuer, das einen Schaden von rund 20 000 Euro verursachte, ist derzeit noch unklar. Polizeikräfte untersuchten am Donnerstagmorgen die drei Gärten, von denen zwei vollkommen zerstört sind, nach Spuren und sperrten die Fläche bis einschließlich kommenden Montag.

„Die Brandgefahr ist bei der aktuellen Trockenheit deutlich erhöht und durch angrenzende Felder steigt diese noch weiter an“, so Häußler. Aktuell herrscht daher auch die höchste Waldbrandgefahrstufe 5, bei der schon kleinste Funken ausreichen, um einen Flächenbrand auszulösen. Gerade in Kleingärten fänden sich zudem Gefahrenherde, die ein Feuer auslösen und beschleunigen können. „In den Gärten wird häufig gegrillt und die Häuschen sind großzügig ausgebaut“, erklärt Matthias Häußler. Dabei seien auch zunehmend Elektrogeräte, Generatoren sowie Gasflaschen in und um die befestigten Bauten zu finden. Kommt es, wie in der Gartenanlage an der Grenze zwischen Kornwestheim und Grünbühl, zu einem Feuer, verbreitet sich dieses binnen weniger Minuten. Durch den Brand der Holzhäuschen entstand eine Flammensäule mit einer Höhe von rund zehn Metern.

Ein weiteres Problem auf Kleingartenanlagen ist der erschwerte Zugang zu Löschwasser. Nachdem mehrere Anwohner in Grünbühl am Mittwochabend den Brand bemerkt und die Feuerwehr alarmiert hatten, musste diese erst von einer geeigneten Wasserquelle die Schläuche über eine Strecke von über einem Kilometer auslegen, um an den Brandherd zu gelangen. „Die Versorgung an solchen Anlagen ist nicht so wie in einem Wohngebiet und auch der Zugang zu den Gärten ist häufig erschwert“, sagt Häußler.

Dennoch sei der Einsatz ohne nennenswerte Probleme verlaufen. Da zu keinem Zeitpunkt Personen in Gefahr waren, konnte umgehend der Fokus auf die Sicherung der umliegenden Parzellen gelegt werden. „Durch die sehr gute Zusammenarbeit der Wehren hatten wir die Lage zu jeder Zeit im Griff und waren auf mögliche Gefahrenherde gut vorbereitet“, sagt Häußler zum Verlauf der Löscharbeiten und gibt in Richtung der Gartenbesitzer Entwarnung: „Solche Brände kommen eigentlich eher selten vor.“

In der Gartenanlage „Wehrmachtsstadion“ war es der erste Brand dieser Größe und – wenn es nach den Gärtnern geht – hoffentlich auch der letzte.

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