Kornwestheim Für den Vogelhof wird ein Käufer gesucht

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Der Vogelhof Foto: /Susanne Mathes

Kornwestheim - Vor zwei Jahren keimte zum 65-jährigen Bestehen des Schullandheims noch einmal Hoffnung auf, die Kurve zu kriegen und Gruppen zu gewinnen, die einige Tage auf dem Vogelhof in Ehingen verbringen. Aber im vergangenen Jahr ist es nicht gelungen, schwarze Zahlen zu schreiben, die Stadt half mit einem Betriebsmittelzuschuss aus. Der wird künftig nicht mehr erforderlich sein, denn der Verein um den langjährigen Vorsitzenden Erwin Holzbaur hat sich entschieden, den Vogelhof zu verkaufen.

Schweren Herzens, denn eigentlich sind die Mitglieder davon überzeugt, dass der Vereinszweck – Kindern aus Kornwestheim Schullandheimaufenthalte in guter Luft und idyllischer Natur zu ermöglichen – seinen Sinn hat. Die Schulen allerdings sind es nicht mehr. „Die Belegungen unter der Woche sind massiv zurückgegangen“, berichtet Erwin Holzbaur. Und nur mit Wochenendgästen lässt sich das Haus nicht finanzieren. So wird nun die Reißleine gezogen und nach einem Käufer für die drei Gebäude und das über 2,5 Hektar große Gelände im Biosphärengebiet gesucht. Interessenten, berichtet Holzbaur, haben sich auch schon gemeldet. Gespräche werden in den kommenden Wochen geführt, der Wunschpreis des Vereins beläuft sich auf 750 000 Euro. Miteingebunden in die Entscheidung, wer den Zuschlag bekommt, wird auch die Stadt Ehingen, auf deren Gemarkung der Vogelhof liegt.

Für den Verein ist’s ein günstiger Zeitpunkt, das Areal zu veräußern und sich selbst aufzulösen. Erwin Holzbaur ist schon 40 Jahre Vorsitzender und würde das Amt gerne in jüngere Hände abgeben. „Aber die Interessenten stehen nicht Schlange“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Zudem geht der Heimleiter im Februar in den Ruhestand. „Wir werden die Aufgaben mit Anstand abwickeln“, verspricht Holzbaur.

Das Geld, das vom Verkauf nach Abzug aller Verbindlichkeiten, die nicht sehr hoch sind, übrig bleibt, geht laut Vereinssatzung an die Stadt Kornwestheim und muss von ihr zweckgebunden für die Jugendförderung ausgegeben werden. Erwin Holzbaur versteht die Zahlung auch als ein Dankeschön an die Stadt, die dem Verein stets wohlgesonnen gewesen sei und ihn immer dann unterstützt habe, wenn Hilfe notwendig gewesen sei.

Die Belegzahlen sind in den vergangenen zehn Jahren massiv eingebrochen. Kinder und Jugendliche aus den weiterführenden Schulen nutzen schon seit Jahre das idyllisch gelegene Haus im Biosphärengebiet nicht mehr, auch die Grundschulen besuchen den Vogelhof kaum noch für Klassenfahrten. Und dabei hatte der Verein in den vergangenen Jahren immer wieder investiert, unter anderem eine Kletterwand ein- und die Scheune zur Mehrzweckhalle umgebaut. Es änderte nichts an der Tatsache, dass weniger Gruppen den Vogelhof buchten – und die, die es taten, blieben nicht mehr so lange wie früher. „Der Zeitgeist hat sich gewandelt“, sagt Erwin Holzbaur und klingt dabei ein wenig resigniert, weil ihm der Vogelhof – 40 Jahre Vereinsvorsitzender zeigen es – eine Herzensangelegenheit war.

Der Kornwestheimer Schullandverein ist der letzte seiner Art in Württemberg. Die meisten Heime sind in Trägerschaft von Landkreisen oder Kommunen. Über 80 Schullandheime listet der Landesverband Baden-Württemberg des Verbandes Deutscher Schullandheime noch auf. Gut ein Drittel davon liegen aber nicht im Ländle selbst, sondern etwa in Österreich oder Südtirol.

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