Kornwestheim Gäste tauchen in die Szenen mit ein

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Theater Q-rage: Sandra Hehrlein und Jörg Pollinger Foto: privat (Jakub Zeyrek)

Im Restaurant Applaus in Kornwestheim ist am Samstag, 9. April, wieder Zeit für „Theater und Gaumenfreuden“. Wie ein Impro-Theater Q-rage zum Essen spielt, erklärt die Schauspielerin Sandra Hehrlein.

Frau Hehrlein, Das Theater Q-rage ist seit einiger Zeit wieder voll aktiv. Fühlt sich gut an, oder?

Balsam für die Seele, das Herz lacht, singt und tanzt. Es ist aber immer noch mühsam und kostet viel Energie. Längerfristiges Planen ist immer noch nicht möglich. Veranstaltungen werden abgesagt, die Verwaltungsarbeit ist nach wie vor sehr hoch. Es braucht noch Hygienekonzepte, die Platzzahl ist auf 50 Prozent reduziert. Bei einigen öffentlichen Kulturterminen spüren wir auch noch eine Zurückhaltung des Publikums. Es braucht wohl noch etwas Zeit.

In Kornwestheim taucht der Name Q-rage vermehrt in Kombination mit gutem Essen auf – wie kam das denn?

„Theater & Gaumenfreuden“ ist eines unserer Coronaprodukte, aus der Not entstanden. Wir konnten nicht mehr im Gasthaus Allgäu in Ludwigsburg unser „Mord(s)dinner“ spielen, weil die Abstände nicht einzuhalten waren. Die Kooperation mit Gastronom Christoph Rieger bestand aber schon seit 2011, da versucht man, sich gegenseitig zu unterstützen. Er lud uns in seine zweite Lokalität im Heilbad Hoheneck ein. So entstand „Theater & Gaumenfreuden aus anderen Ländern“.

Und wie ging’s nach Kornwestheim?

Wir haben während der Pandemie immer wieder nach kreativen Möglichkeiten gesucht. So landeten wir im Biergarten von Marianne und Jürgen bei den Aquarienfreunden. Das war Mitte Juni 2021 nach fast acht Monaten Lockdown unser erster Auftritt – wie ein Feuerwerk, einfach großartig. Das Publikum war so dankbar, so begeistert. Im Publikum saß Ralph Wagner, Chef vom Restaurant Applaus in Kornwestheim. Ihm hat der Abend so gut gefallen, dass er uns nach dem Auftritt gefragt hat. Da waren wir sofort dabei, erst open air im August und dann im Oktober mit herbstlichen Gaumenfreuden indoor.

Zu improvisieren, während es sich die Gäste schmecken lassen – das kann mitunter schwierig sein, oder?

Theater und Essen wechseln sich ab. Es gibt vier Gänge und vier Theatersets. Beim Improtheater braucht es die ganze Aufmerksamkeit des Publikums. Denn die Gäste tauchen in die Szenen mit ein, sind bei der Geburt der Szenen mit dabei, fiebern mit uns mit und bringen auch ihre Ideen ein, was sie von uns auf der Bühne umgesetzt sehen wollen.

Geht’s bei den Themen dann auch öfter mal ums Essen? Oder trifft einen auch mal was völlig unerwartet?

Wenn wir Gaumenfreuden aus einem anderen Land machen, etwa Mexiko, Kuba, Frankreich, Spanien, Italien oder Portugal, dann geht es immer auch um das Land. Wir sammeln Schlagworte, die dem Publikum zu dem Land einfallen. Das ist dann sozusagen unser Reiseprogramm und dient als Inspiration für die spontan improvisierten Szenen. Das Essen hat ja auch was mit dem Land zu tun, da können Geschichten entstehen.

Was steht für das Theater Q-rage als Nächstes an?

Sehr viele Auftritte an Grundschulen mit dem interaktiven Theaterstück „Tierisch gut!“. Es geht darum, was jede und jeder tun kann, damit es im Miteinander besser klappt. Das nächste Coronakulturprojekt steht auch an: Am 23. und 24. April sind wir im Kreis mit unserer „LokalKulTour“ unterwegs, eine kulturelle Erlebnisfahrt im eigenen Auto mit einem von uns geschriebenen und im Studio aufgenommen Theaterhörspiel.

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