Kornwestheim Grüne überholen die Sozialdemokraten

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Auszählung im Festsaal: Gestern ging’s um Europa- und Regionalwahl. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Auch in Kornwestheim haben die Grünen bei der Europawahl kräftig zugelegt. Kamen sie vor fünf Jahren noch auf zwölf Prozent, so heimsten sie in diesem Jahr 21,29 Prozent ein und überholten damit sogar die SPD, die nur noch auf 15 Prozent kam. Stärkste Kraft bleibt aber die CDU, die 26,71 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigte. Zu den Gewinnern der Europawahl zählt die AfD: Sie wuchs auf 11,4 Prozent. Die FDP holte 7,45 Prozent und verdoppelte ihren Stimmenateil, die Linke erreichte 3,66 Prozent und halbierte sich. Die Wahlbeteiligung lag mit 63,40 Prozent deutlich über der aus dem Jahr 2014, als lediglich 50,1 Prozent der Wähler ihre Stimme abgaben.

„Hochzufrieden.“ Mit diesem Wort kommentierte Thomas Ulmer, Vorsitzender der Grünen in Kornwestheim, das Ergebnis. Seine Partei habe auf die richtigen Themen gesetzt, auf die Umweltpolitik, den Klima- und den Artenschutz. „Erschreckend“ indes ist für ihn das Abschneiden der AfD.

„Schockierend.“ Das sagte Florian Wanitschek zum Wahlausgang. Der Kornwestheimer SPD-Vorsitzende analysiert und bedauert, dass seine Partei mit den sozialen Themen beim Wähler nicht so durchgedrungen sei. Er hofft, dass es bei der Gemeinderatswahl besser gelaufen ist. Das sei ja doch mehr eine Personenwahl. Von 35,2 auf 26,7 Prozent gesunken – Sven Waldenmaier, Vorsitzender der CDU Kornwestheim, war nicht zufrieden und machte auch das Erscheinungsbild der Großen Koalition in Berlin für das Abschneiden verantwortlich. Die Umweltthemen seien entscheidend gewesen. Prozentzahl verdoppelt, Herbert Klutmann, Pressesprecher der FDP, ist mit dem Kornwestheimer Ergebnis der Europawahl mehr als zufrieden. Er geht davon aus, dass auch die Gemeinderatswahlen für die Liberalen gut verlaufen sind und die FDP Fraktionsstärke erreicht.

Der Wahltag war in Kornwestheim reibungslos über die Bühne gegangen. Lediglich im Kindergarten Rosensteinstraße waren am Morgen Probleme aufgetreten: Die Tür ließ sich zunächst nicht öffnen. Die ersten Besucher mussten über den Hintereingang, der Hausmeister sorgte dann aber für den Zugang. Am Vormittag statteten Oberbürgermeisterin Ursula Keck und Bürgermeister Daniel Güthler den Wahllokalen einen Besuch ab. Ein Problem hat sich die OB für die nächsten Wahlen notiert: Die Wahllokale müssen nicht nur barrierefrei sein, sie müssen auch ausreichend Platz für Rollstuhlfahrer bieten.

Um 18 Uhr ertönte ein lauter Pfiff durch den Festsaal im K: Es durfte ab sofort gezählt werden. Fünf Briefwahlbezirke – und damit einen mehr als in der Vergangenheit – hat die Stadt eingerichtet, der wachsenden Zahl an Briefwählern geschuldet. Wie am Fließband schlitzten die Helferinnen und Helfer, von denen gestern rund 200 im Einsatz waren, die blauen Umschläge auf und sortierten die Wahlzettel nach Parteien.

Mit der Europawahl, deren Auszählung sich verzögerte, war’s gestern noch nicht getan. Anschließend wurde die Regionalwahl ausgezählt.

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