Kornwestheim Hebt Christoph 51 bald auch nachts ab?

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Flug am Tag: Christoph 51 über dem Pattonviller Flugplatz Foto: Archiv/Horst Dömötör

Kornwestheim - In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 stehen 580 Einsätze zu Buche: Die Besatzungen des Rettungshubschraubers Christoph 51, der auf dem Flugplatz Pattonville stationiert ist, haben so einiges zu tun. Und bald vielleicht sogar noch mehr.

Die Regierung des Landes Baden-Württemberg hat den Vertretern der Stadt- und Landkreise bei der Landesrätekonferenz am vergangenen Montag in Bruchsal das Ergebnis eines Gutachtens vorgelegt. Darin ging es um die Zukunft der Luftrettung. Fachleute vom Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement am Uniklinikum München waren zu dem Resultat gekommen, dass diese einer umfangreichen Neustrukturierung bedürfe – was auch die Standorte und die Einsatzzeiten der Helikopter an den insgesamt acht Luftrettungsstationen im Land betrifft.

Christoph 11 ist schon nach Sonnenuntergang unterwegs

Und damit auch Christoph 51 in Pattonville. Der soll nämlich, geht es nach den Experten, in Zukunft auch nachts zu seinen Rettungseinsätzen abheben. Bisher ist in Baden-Württemberg ausschließlich sein „Kumpel“ Christoph 11 in Villingen-Schwenningen nach Sonnenuntergang im Einsatz.

Bei der Kornwestheimer Stadtverwaltung ist man einigermaßen überrascht von den nun veröffentlichten Ergebnissen der Expertise. „Die Stadt Kornwestheim muss sich zunächst einmal mit dem Gutachten, das die Landesregierung in Auftrag gegeben hat und das gerade erst vorgestellt worden ist, intensiv beschäftigen“, antwortet Oberbürgermeisterin Ursula Keck auf die Nachfrage unserer Zeitung. Und weiter: „Das ist der erste Schritt, der bislang aber noch nicht erfolgt ist.“ Sollte es jedoch wirklich das Bestreben geben, den Flugbetrieb des Rettungshubschraubers Christoph 51 am Standort in Pattonville auszubauen, „müsste das Regierungspräsidium Stuttgart eine Genehmigung erteilen“. In diesem erwartungsgemäß langen Prozess, so die OB in ihrer Stellungnahme, würden die betroffenen Kommunen, in diesem Fall der Zweckverband Pattonville mit den Städten Remseck und Kornwestheim, beteiligt.

DRF-Luftrettung hat große Erfahrung mit Nachtflügen

Auch bei der DRF-Luftrettung erbittet man sich noch Zeit, um das 221 Seiten umfassende Gutachten genau zu studieren. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns zunächst erst einmal mit den Inhalten detailliert auseinandersetzen möchten“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage unserer Zeitung.

Erfahrung mit Nachtflügen ist jedoch vorhanden. „Die DRF-Luftrettung betreibt mit zehn Stationen die meisten 24-Stunden-Stationen in Deutschland, verfügt über die größte Erfahrung europaweit mit den meisten Flugstunden bei Nacht und hat vor über zehn Jahren die ersten Nachtsichtbrillen in der zivilen Luftrettung eingeführt“, fasst man zusammen. Darauf aufbauend seien die Erfahrungen, die man mit der nächtlichen Einsatzbereitschaft in Deutschland gemacht habe, sehr positiv.

Auch eine Statistik hat man auf Nachfrage parat: Im Jahr 2019 flog Christoph 11 von Villingen-Schwenningen aus insgesamt 410 Einsätze bei Nacht

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