Kornwestheim Hightech für extra sichere Straßen

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Der Enforcement Trailer im Einsatz Foto: VITRONIC/ Stefan Gröpper

Kornwestheim - Schon der Name des Gerätes klingt ein bisschen so, als stamme es aus einem Science-Fiction-Film. „Enforcement Trailer“ heißt es. Zu Deutsch bedeutet das ungefähr soviel wie „Vollzugs-Anhänger“ oder „Anhänger" zur „Durchsetzung“. Der Enforcement Trailer sieht von hinten dann wirklich in etwa so aus wie ein Auto-Anhängsel, Nummernschild inklusive. Von der Seite betrachtetet könnte man ihn allerdings auch für etwas halten, das aus Star Trek stammt und mindestens die Geschwindigkeit Warp 5 erreicht. Und übrigens: Mit Lasern arbeitet das Gerät noch dazu.

Der Trailer schießt damit allerdings nicht auf feindliche Raumschiffe. Seine „Laserschüsse“ ermitteln die Geschwindigkeit und Position von Fahrzeugen. Denn der Enforcement Trailer ist im Kern ein besonders ausgefuchster „Blitzer“ zur Verkehrsüberwachung.

Was das mit Kornwestheim zu tun hat? Ganz einfach: Das Team des Gemeindevollzugsdienstes um Leiter Ingo Kröner will ein solches Gerät – hergestellt werden diese von der Firma Vitronic – in nicht allzu ferner Zukunft im Stadtgebiet zum Einsatz bringen. Gekauft wird der Enforcement Trailer wohl vorerst nicht, wie Ingo Kröner berichtet, der die Pläne unlängst im Verwaltungs- und Finanzausschuss der Stadt vorgestellt hat. Die Geräte kosten mindestens 120 000 Euro.

Er will den Trailer erst einmal anmieten und ausprobieren. Ein Anlass dafür ist, dass eine stationäre Messanlage an der B 27 nahe Kornwestheim abgebaut werden muss. Dort kann der Trailer dann als Ersatz dienen. „Wir können ihn natürlich auch flexibel andernorts einsetzen“, betont Kröner, der erzählt, der Tipp zum Enforcement Trailer kam von Thomas Ulmer – der Vorsitzende der Grünen im Stadtrat ist Polizist. „Wir haben nach diesem Hinweis begonnen, zu recherchieren.“ Auch in Esslingen und Sinsheim komme ein solches Gerät erfolgreich zum Einsatz. „Wir wollen in Kornwestheim schauen, wie gut es für uns funktioniert, wie effektiv wir ihn einsetzen können.“

Der Enforcement Trailer hat gegenüber anderen mobilen Blitzern mehrere Vorteile. Zunächst einmal ist besonders stabil, die Technik ist gegen Vandalismus geschützt. „Schusssicher“, wie Kröner schmunzelnd berichtet. Auch eine Alarmanlage sei enthalten. Weiterhin soll das Anhänger-Aussehen sich gut in den Straßenverkehr einfügen und potenzielle Verkehrssünder täuschen.

Der Enforcement Trailer kann dank des internen Akkus bis zu einer Woche an einem Standort stehen bleiben. „Das ist hilfreich, wenn wir beispielsweise Durchfahrtsverbote über einen längeren Zeitraum kontrollieren wollen“, sagt Kröner. Apropos: Verschiedene Fahrzeuggrößen kann die interne Technik – wie andere mobile Verkehrsüberwachungsgeräte auch – natürlich durchaus auseinanderhalten. Praktisch sei des Weiteren, dass das Gerät Informationen an die Handys der Vollzugsbediensteten senden kann. „Beispielsweise, wenn seine Batterien zur Neige gehen“, erläutert Kröner.

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