Kornwestheim Hoffen auf Projektideen

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Fördert seit 2012 soziale Projekte aus Kornwestheim: Kadir Koyutürk Foto: W. Waldner

Kornwestheim - Engagement will gefördert werden: Seit 2012 unterstützt die Stadt Kornwestheim jedes Jahr zehn soziale Projekte einzelner engagierter Bürgerinnen und Bürger oder bereits bestehenden Initiativen mit jeweils 1500 Euro. In diesem Jahr hat sich der Zeitplan allerdings etwas verschoben – wegen der Corona-Pandemie fehlen noch einige Förderungsanträge. Kornwestheims Beauftragter für Integration, Soziales und Bürgerengagement, Kadir Koyutürk, spricht im Interview über alternative Projektideen und die Durchhaltevermögen der geförderten Projekte des vergangenen Jahres.

Herr Koyutürk, merken Sie dieses Jahr eine Veränderung bei der Zahl der Bewerbungen?

Ja, leider gehen die Zahlen zurück. Der Einsendeschluss für die Förderungsanträge liegt normalerweise im Dezember. Angesichts der wenigen Bewerbungen haben wir die Frist aber verlängert, damit vielleicht noch mehr Anträge eintrudeln. Bis jetzt haben wir nur vier bekommen.

Wie genau sorgt die Corona-Pandemie dafür, dass es jetzt Probleme gibt?

Letztes Jahr hat die Jurysitzung im Februar stattgefunden, im Februar konnten die Projektträger also loslegen. Dann kam Corona, und es ging bis zum Sommer erst einmal gar nichts mehr. Zwischendurch gab es ein, zwei Monate, in denen an den Projekten gearbeitet werden konnte, und ab Herbst ging es wieder bergab. Viele, die vielleicht eine gute Idee haben, befürchten natürlich, dass das dieses Jahr genauso ablaufen könnte.

Wie konnten die geförderten Projekte aus dem vergangenen Jahr umgesetzt werden?

Gut umsetzen ließ sich zum Beispiel das Theater-Integrationsprojekt, für das auch in diesem Jahr ein Antrag gestellt wurde. Und auch die Projekte, die mit einer Eins-zu-Eins-Betreuung arbeiten, haben gut funktioniert. Wir haben im vergangenen Jahr zum Beispiel ein Coaching-Projekt für den Berufsstart gefördert, die auch unter den Corona-Maßnahmen fortgesetzt werden konnte.

Welche Projektideen wären für Sie denn angesichts der Corona-Pandemie besonders sinnvoll?

Im Zuge des ersten Lockdowns haben sich viele Menschen schnell zu Nachbarschaftshilfen zusammengefunden. Da sind viele ehrenamtlich für Senioren oder Risikopatienten einkaufen gegangen, haben das Gassi-Gehen mit dem Hund übernommen oder öfter mal für einen kurzen Plausch gegen die Einsamkeit bei älteren Menschen vorbeigeschaut. Solche Projekte könnten auch dieses Jahr weitergeführt werden. Ein Thema, das viele Menschen aktuell bewegt, ist das Impfen. Viele Senioren, die nicht in Heimen leben, haben große Schwierigkeiten bei der Organisation eines Impftermins. Da fehlt die technische Affinität und das Know-how über die Abläufe. Und Familien, deren erste Sprache nicht Deutsch ist, haben gerade häufig Schwierigkeiten mit dem Thema Schule. Da könnte ich mir zum Beispiel eine Online-Nachhilfe vorstellen.

Falls bis Ende Januar nicht genug Anträge eintreffen: Wie genau werden Sie die Projekte, die gefördert werden, dann selektieren?

Wir dürfen laut der Gemeinderatsvorlage zehn Projekte, egal ob von Einzelpersonen oder bestehenden Vereinen, mit jeweils 1500 Euro bezuschussen. Das wollen wir auch voll ausschöpfen. Trotzdem müssen wir auch darauf schauen, dass die Förderungskriterien erfüllt werden. Die Projekte müssen zum Beispiel einen direkten Bezug zu Kornwestheim haben und möglichst nachhaltig wirken.

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