Kornwestheim Hunderte Verstöße in Bahnhofstraße

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Falschparker (rechts) gehören zum Alltag in der Bahnhofstraße. Foto: Werner Waldner

Kornwestheim - Die Verkehrssituation in der Bahnhofstraße ist ein hochaktuelles Diskussionsthema – unter den Kornwestheimer Bürgern und natürlich auch in der Kommunalpolitik. Oft wird hier falsch geparkt, Fahrzeuge stehen auf dem Gehweg oder der Radfahrspur, der Tonfall zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern ist nicht selten aggressiv.

Der Teamleiter Ingo Kröner vom Gemeindevollzugsdienst hatte der viel diskutierten Innenstadt-Straße folgerichtig im Tätigkeitsbericht seiner Mannschaft ein eigenes Kapitel gewidmet. Die Verkehrsverstöße in der Bahnhofstraße hatte Kröner detailliert für den Zeitraum Januar bis Mai 2019 aufgeschlüsselt. Wozu man wissen muss: Wohl nirgendwo in der Stadt kontrollieren die Vollzugsbeamten soviel wie zwischen dem Kreisverkehr an der Eastleighstraße und der Stuttgarter Straße.

Seine Mitarbeiter gingen „mit dem nötigen Fingerspitzengefühl“ vor, sagte Kröner. Heißt: Wo sinnvoll, sprechen sie zunächst eine mündliche Verwarnung aus. Bei den Bußgeldern selbst gibt es indes keinen Spielraum für die Stadt Kornwestheim: Hier muss sie sich nach dem bundeseinheitlichen Bußgeldkatalog richten.

Geahndet haben die Vollzugsbediensteten in den fünf Monaten folgende Verstöße in der Bahnhofstraße: 135-mal wurde unerlaubt auf dem Gehweg geparkt, 90-mal dort gehalten, 19-mal standen Autos in der Halteverbotszone und achtmal auf Behindertenparkplätzen. Parker ohne Parkscheibe erwischten Kröner und sein Team 81-mal, 40-mal wurde die Parkscheibe falsch ausgelegt und 56-mal auf dem Fahrradschutzstreifen geparkt.

Nach den Ausführungen des Teamleiters entwickelte sich noch eine Diskussion unter den Stadträten im Verwaltungs- und Finanzausschuss, denen Kröner den Bericht vorgestellt hatte. Wie die Situation in der Bahnhofstraße entschärft werden könnte, das treibt die Kommunalpolitiker um. Prof. Dr. Walter Habenicht (SPD) nutzte die Gunst der Stunde, um wieder Werbung zu machen für ein Hauptanliegen der Sozialdemokraten: die Bahnhofstraße in eine Fußgängerzone zu verwandeln. Dann nämlich wären auch die Fahrzeuge weg. Eine Mehrheit dürfte die SPD aber wohl nicht dafür zusammenbekommen.

Silvia Stier (CDU) berichtete von eigenen Erlebnissen. „Wenn man Falschparker anspricht, maulen die einen nur an, die Leute werden immer rücksichtsloser.“ Stier fragte nach, ob die Stadt nicht über den Städtetag Einfluss auf mögliche Bußgelderhöhungen nehmen könnte. „Wenn’s teurer wird, hört das auf.“ Eine personelle Stärkung der Gemeindevollzugsdienstes zwecks mehr Kontrollen forderten einige Stadträte. Auch Poller, die ein Parken auf Gehwegen unmöglich machen, sind angeregt worden. Klar ist: Die Stadträte und die Verwaltung werden das Thema weiter im Blick behalten.

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