Kornwestheim Immer noch „ganz, ganz am Anfang“

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Erste, noch sehr grobe Planungen: So könnten die Häuser einmal aussehen. Foto: z

Kornwestheim - Als der Zweckverband Pattonville vor ziemlich genau einem Jahr die Veranstaltung „Wie möchten wir in Pattonville leben?“ ausrichtete und in diesem Zusammenhang auch die Pläne für Sozialwohnungen an der Arkansasstraße vorstellte, da platzte die Sporthalle der Realschule aus allen Nähten. Am Montagabend ging’s bei einer weiteren Informationsveranstaltung erneut um die drei Mehrfamilienhäuser, die am Rande von Pattonville entstehen sollen. Das Gros der Stühle im Bürgersaal blieb dieses Mal leer, das Interesse ist weitgehend erlahmt – vielleicht auch deshalb, weil sich das Projekt in die Länge zieht. „Wir stehen noch ganz, ganz am Anfang“, sagte die Zweckverbandsvorsitzende und Kornwestheimer Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Das hatte ihr Remsecker Kollege Dirk Schönberger vor einem Jahr schon gesagt.

Baubeginn im ersten Quartal 2021, Fertigstellung im Sommer des Jahres 2022 – so sieht derzeit der Zeitplan für das Projekt aus, das die Baubürgermeister Birgit Priebe (Remseck) und Daniel Güthler (Kornwestheim) den Besuchern der Informationsveranstaltung noch einmal vorstellten. Drei dreigeschossige Häuser mit insgesamt rund 40 Wohnungen wird der Zweckverband auf dem Grundstück zwischen dem Rewe-Supermarkt und dem Frauenried in Grünbühl errichten. Für die zwei kleineren Häuser darf die Stadt Kornwestheim die Mieter auswählen, das größere belegt die Stadt Remseck. Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen sind vorgesehen, im „Remseck-Haus“ ist nach den ersten, groben Plänen zudem ein Gemeinschaftsraum vorgesehen – für Hausaufgabenbetreuung, Seniorennachmittage oder Kindergeburtstage, wie Birgit Priebe beispielhaft auflistete. Alle Wohnungen verfügen über Terrassen oder Balkone. Die Häuser würden „Stein auf Stein“ gebaut, so die Remsecker Baubürgermeisterin, und hochwertig bei Dämmung und Fenster sein, um die Nebenkosten niedrig zu halten. Während die Kornwestheim-Häuser Keller bekommen, setzt Remseck auf Ersatzräume und Gemeinschaftswaschküchen auf der Rückseite des Supermarktes – aus Kostengründen, wie Birgit Priebe erläuterte.

Wer eine Wohnung in der Arkansasstraße mieten möchte, der muss über einen Wohnberechtigungsschein verfügen. Das gilt auch für die rund 80 Flüchtlinge, die dort einziehen sollen. Deshalb kommen nur solche zum Zuge, die ein Bleiberecht haben. Wer lediglich über eine Duldung verfügt, hat keine Chance auf eine Wohnung im Pattonviller Norden. Rund 7,5 Millionen Euro investiert der Zweckverband in der Arkansasstraße, die Städte rechneten mit Zuschüssen in Millionenhöhe, so Priebe.

Eine Reihe von Nachfragen stellten die Besucher. So regten sie an, den Gemeinschaftsraum großzügig zu bemessen. Auch ein Aufzug für die Häuser wurde ins Gespräch gebracht. Von dieser Idee hält Bürgermeister Daniel Güthler allerdings nicht so viel. Der Grund: Er treibt die Nebenkosten für die Mieter in die Höhe und konterkariert damit das Ziel, Wohnraum mit günstigem Mietzins zu schaffen. Stephanie Daimer, Vorsitzende des Bürgervereins Pattonville, lobte den Zweckverband für die Beteiligung der Bürger und bat darum, in dem Bestreben nicht nachzulassen. Zeit dafür bleibt, denn erst im kommenden Jahr sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden.

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