Kornwestheim In zwei Jahren blüht es direkt am K

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Prominente Unterstützung: Bürgermeister Daniel Güthler (rechts) half bei den Arbeiten vorm K. Zudem dabei: (von links) Stadtgärtner Jörg Raff, Jürgen Boehncke vom Bauhof, Christine Hartkorn vom Umwelt- und Klimaschutz sowie Uwe Kühlmann vom Bauhof. Foto: Peter Meuer

Kornwestheim -

Als die fleißigen Bauhofmitarbeiter am Vormittag die Spaten in die Erde bohrten, da ging es zunächst einmal um die Bäume. Die Lederhülsenbäume am K entlang der Stuttgarter Straße sollen schließlich nicht unter dem Projekt „Natur nah dran“ leiden. So wurde vorsichtig die Erde rund um die etwa fünf Jahre alten Gehölze entfernt, um zu schauen, wie weit ihre Wurzeln reichen.

Erst mit genügendem Abstand werden die Bauhofmitarbeiter dann auf der Rasenfläche per Bagger Erde abtragen und so genanntes Baumscheibensubstrat ausbringen. In dem speziellen – und nährstoffarmen – Boden werden dann ausgewählte und heimische Pflanzen gesät: Wildblumen, Günsel, Glockenblumen, verschiedene Kräuter. Der wuchernde Grünstreifen soll verschiedenen Insekten künftig eine Heimat werden. Direkt an der Hauptverkehrsstraße soll so ein Biotop entstehen, mit dem – wenn auch nur in kleinem Maßstab, dem Insektensterben entgegengewirkt werden soll.

Bis hier alles grünt und blüht, wird es allerdings einige Zeit dauern. „Etwa zwei Jahre“, schätzen Christine Hartkorn von der Stabsstelle Umwelt- und Klimaschutz der Stadt und Jörg Raff, der Leiter der Stadtgärtnerei. Die beiden Mitarbeiter der Stadt waren vor Ort, um das Projekt vorzustellen. Ebenfalls mit dabei: Daniel Güthler, nicht wie sonst in Anzug und Krawatte, sondern in Arbeitskleidung. Der Kornwestheimer Baubürgermeister packt einmal im Jahr direkt im Bauhof mit an. „Das fällt zufällig heute mit dem Beginn von ‚Natur nah dran’ zusammen“, berichtet Güthler. Ein, zwei Hinweise gibt es beim Pressegespräch dann zwar auch von ihm zu dem Projekt, ansonsten überlässt er aber die Öffentlichkeitsarbeit an diesem Tag Raff und Hartkorn.

„Natur nah dran“ ist ein Wettbewerb, den das Land Baden-Württemberg – das Umweltministerium, um genau zu sein – zusammen mit dem Naturschutzbund (Nabu) auslobt. Kommunen sollen unterstützt werden, Freiflächen naturnah umzuwandeln und wertvolle Areale für heimische Tier- und Pflanzenarten zu schaffen. Kornwestheim wurde als eine von 13 Städten und Gemeinden unter mehr als 70 Bewerbern ausgewählt. 15 000 Euro gibt es als Förderung, die gleiche Summe muss die Stadt noch einmal selbst zuschießen.

Neben dem Standort am K werden dank dieser Gelder vier weitere Flächen naturnah umgestaltet: am Eingang zum Gewerbegebiet Kreidler, im Bereich Eichenweg/Stuttgarter Straße, im Bereich Villeneuvestraße/Obstgärten und an der Aldinger Straße. So kommen insgesamt 4300 Quadratmeter Fläche zusammen.

Übrigens: Kritik gab es auch, als im März bekannt wurde, dass Kornwestheim erfolgreich an dem Wettbewerb teilgenommen hatte. Mitglieder der Bürgerinitiative Rothackerhof meldeten sich zu Wort, und bemängelten, dass hier extra Flächen umgestaltet würden, während auf dem bereits natürlichen Areal am Wiesengrund Wohnhäuser entstehen sollen.

Am K jedenfalls können die Bürger sich in Zukunft auch darüber informieren, welche Pflanzen angesiedelt werden, und was es mit dem Projekt auf sich hat. „Es sind hier auch Infotafeln geplant“, sagt Christine Hartkorn. Und: „Auch Insektenhotels wollen wir aufstellen.“

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