Kornwestheim Indianer, Hippies, Apps und Strafgefangene

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Die Hessentaler spielten zur SVK-Faschingsparty. Foto: Christine Biesinger

Kornwestheim - Eine breite Schlange schiebt sich über den gesamten Vorplatz der Sporthalle Ost – es sind Indianer, Hippies, Polizisten und mehr. Sie alle wollen zur diesjährigen SVK-Faschingsparty. Dabei sind auch die Cheerleader des Sportvereins, die sich als Spielkarten verkleidet haben. „Wenn die Cheerleader da sind, kann die Party starten“, sagt lächelnd ­Raphaela Reimann, Captain des Teams.

Aus der Sporthalle ist am Samstagabend eine Faschingshochburg geworden. „Rund 98 Prozent der Leute sind verkleidet“, schätzt der Geschäftsführer des SVK, ­Thomas Eeg, alias Jack Frost. Wo sonst die  Handballtore stehen, sind eine Musik­bühne und Bars aufgebaut, die Tribüne wurde mit großen Schleifen und Luftballons geschmückt und die grelle Sporthallenbeleuchtung ist bunten Lichtkegeln aus Scheinwerfern gewichen. An Stehtischen stehen flauschige Glücksbären und Pokémons neben Strafgefangenen.

Eeg erklärt: „Rund drei bis vier Monate vor der Veranstaltung beginnen wir mit den Vorbereitungen.“ Dazu gehöre unter anderem der Druck von Eintrittskarten, das Einholen von Genehmigungen, das Ordern der Ware, sowie die Aufgabenverteilung. „Wir sind dankbar, dass die Stadt die Halle zur Verfügung stellt“, betont Eeg. Um eine Party vor der Halle zu vermeiden, wurde dieses Mal ein fester Außenbereich ein­gegrenzt. Eigentlich müsse niemand raus, so Eeg, da sich alles, was es braucht, innerhalb der Halle befinde. Unterstützung bekommt der Verein von Markus Wahsner und Marcel Demirok, den Veranstaltern der Kornwestheimer Musiknacht, die die zwei Bars organisieren. „Letztes Jahr hatten wir bereits einen Probelauf und haben jetzt geschaut, was man optimieren kann“, berichtet Demirok. Dazu gehört ein verändertes Bezahlsystem, bei dem die Gäste sich an einem extra Kassenstand Wertmärkchen kaufen, das Wartezeiten an den Getränkeständen verkürzen soll.

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist das Jubiläumsgeschenk des SVK. Der Sportverein wird nämlich stolze 125 Jahre alt – und hat auch die Faschingsparty mit ­diesem Jubiläum verknüpft.

Bei dem Geschenk handelt es sich folgerichtig um einen bedruckten Jubiläums-Pitcher. So können die Gäste ihre Getränke in dem 1,5 Liter fassenden Becher bestellen und diesen anschließend mit nach Hause nehmen. Die Chance auf den Becher wird es nach der Party wohl kaum noch geben. „Eventuell zum Weinfestival“, sagt Eeg, und fügt dann doch hinzu, dass da ein 1,5-Liter-Becher wohl eher unpassend wäre.

Zu der Version der Hessentaler-Partyband von „Bella Ciao“ und anderen ge­coverten Songs tanzt die bunt gemischte Menge. Darunter sind Erstklässler mit Schulranzen, die auf den zweiten Blick ziemlich erwachsen wirken, eine fit erscheinende Großmutter mit aufblasbarem Rollator, Bauchtänzerinnen und ein pinker sowie ein gelber Textmarker – um nur einige Kostümierungen zu nennen. Die Digitalisierung ist dabei auch beim Fasching angekommen. Die 16-jährigen Handballerinnen Jule und Iman stellen Pinterest und Snapchat dar, indem sie T-Shirt-Kleider mit dem jeweiligen Logo bemalt haben. „Wir sind eine größere Gruppe, bei der ­jeder eine andere App ist“, erläutert Jule.

Das Alter der Gäste reicht von jung bis alt und auch viele Nicht-Kornwestheimer sind vertreten, so wie beispielsweise Christian Walter, der mit seinen Freunden aus Stuttgart zur Party gekommen ist. Sandra Grüninger hat einige Faschingspartys ausprobiert, sagt aber: „Kornwestheim macht mehr Spaß.“

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