Kornwestheim Initiative Kant 10: Nun soll die Stadt vermitteln

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Lagerstätte für Exponate, die ins Heimatmuseum sollen, oder neues Jugendzentrum: Die alte Stadtbücherei ist wieder ein Thema. Foto: Archiv/Susanne Mathes

Kornwestheim - Gut zwei Wochen ist es her, dass sich die Jugendinitiative Kant 10 mit ihren Zielen öffentlich vorgestellt hat. Der von der FDP unterstützten Einladung ins K waren nur die CDU, nicht aber die Vertreter der SPD, der Freien Wähler, der Grünen und der Linken gefolgt. Nun wollen alle Fraktionen gemeinsam das Gespräch suchen – allerdings nicht ganz so, wie zuerst geplant.

Der Initiative mit rund 30 Teenagern geht es um zwei Hauptforderungen: Erstens verlangt sie, dass das Jugendzentrum von dem jetzigen Standort in Stadtrandlage in das Gebäude der alten Stadtbücherei in der Kantstraße 10 umzieht. Zweitens wünschen sich die Jugendlichen, dass dort dann ein Jugendcafé eingerichtet wird.

Während der Podiumsdiskussion war Kritik laut geworden, dass die Freien Wähler, SPD und die Fraktion Grüne/Linke dem Termin ferngeblieben waren. Sie hatten in einer Pressemitteilung vorab erklärt, dass sie die Veranstaltung als Auftakt zum Kommunalwahlkampf der FDP einordnen. Gleichzeitig stellten sie schon damals in Aussicht, die Jugendlichen einzuladen, um bei einer fraktionsübergreifenden Sitzung über die Ideen zu sprechen.

Zuletzt war die Rede davon, dass womöglich schon Ende dieses Monats ein Treffen stattfinden soll. Einen Termin hatte man bereits ins Auge gefasst, bestätigte Hans-Michael Gritz, Fraktionsvorsitzender der SPD. Allerdings sei versäumt worden, rechtzeitig offiziell einzuladen. Darüber hinaus hätten sich die Fraktionsvorsitzenden am Dienstagabend darauf verständigt, dass man die Stadt beteiligen wolle – um eben kein Wahlkampfthema aus der Sache zu machen. Gritz findet es sinnvoll, dass die Verwaltung das Gespräch moderiert und mit Informationen ergänzt. Er hält es für möglich, ein Jugendcafé zu schaffen. „Wir würden gerne mit den Jugendlichen reden und möchten wissen, wie sie sich engagieren wollen“, sagt er. Gritz gibt zu bedenken, dass frühere Versuche, ein Jugendcafé zu betreiben, daran gescheitert seien, dass nicht genügend junge Leute bereit gewesen seien, sich für eine Weile dafür zu verpflichten. Gabi Walker (Freie Wähler) sagte, es gebe einige Details mit den Jugendlichen zu besprechen. Hans Bartholomä, Vorsitzender der Fraktion CDU/FDP, sagte: „Es ist auf jeden Fall Konsens, dass das Treffen schnell stattfinden soll.“ Thomas Ulmer, Vorsitzender der Fraktion Grüne/Linke, kündigte an: „Wir von den Grünen wollen die Jugendlichen auch mal einladen.“

In einem offenen Brief richtet sich die Initiative Kant 10 an die Kornwestheimer Stadtverwaltung und die Stadträte. Man schätze es sehr, dass die Fraktionen „bereit sind, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Doch leider ist es uns rätselhaft, weshalb sich diejenigen Personen mit uns zusammensetzen möchten, die kurz zuvor noch unsere Einladung abgelehnt und über verschiedene Kanäle aufgeführt haben, dass Sie unsere Idee unter keinen Umständen unterstützen werden.“ Das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit und Aufrichtigkeit der Einladung sei damit beschädigt. Zur Voraussetzung für den Termin machen die Jugendlichen, dass „auch die allgemeine Öffentlichkeit am Treffen teilnehmen darf und dass erneut alle Parteien eingeladen werden“.

Dazu sagt der Erste Bürgermeister Dietmar Allgaier: „Wir kommen dem Wunsch der Fraktionen, zu einem Gespräch einzuladen, gerne nach.“ Das Treffen werde wohl aber keinen öffentlichen Rahmen haben. Es gehe zunächst darum, Infos auszutauschen und einen Gesprächsfaden zu finden. „Bisher fand der Austausch mit der Stadt nur über Jugendreferentin Uschi Saur statt. Jetzt müssen die Jugendlichen zeigen, dass es ihnen um die Sache geht.“ Den Termin soll kommende Woche abgestimmt werden und schon in der ersten Maihälfte stattfinden.

 
 

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