Kornwestheim Instagramen im Namen der Schule

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Redaktionskonferenz: Was war gut, was kommt als nächstes? Schüler der EBS beraten über ihren Instagram-Auftritt. Foto: Melanie Bürkle

Kornwestheim - Was kommt heute in die Insta-Story? Welche Neuigkeiten sind wichtig und überhaupt: Welcher Filter soll noch über das Bild gezogen werden, bevor es gepostet wird? Ganz alltägliche Fragen, die sich heutzutage Millionen von Schülern stellen – auch an der Erich-Bracher-Schule (EBS) in Pattonville. Der Unterschied: Hier geschieht das seit einem Jahr ganz offiziell und im Unterricht, denn an der EBS lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur verantwortungsvoll mit den Sozialen Medien umzugehen, sondern diese auch gezielt und im Namen der Schule einzusetzen.

Gemeinschaftskunde- und Betriebswirtschaftslehrer Daniel Sutter hatte sich mit der Frage beschäftigt, wie die EBS für die Schüler noch attraktiver gemacht werden kann. Schnell war ihm klar, dass dies durch die hohe Online-Aktivität der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nur über die Sozialen Medien gelingen kann. „Ich musste aber auch lernen, dass Facebook out ist. Instagram und Snapchat sind gefragt“, klärt Sutter auf. Mit Lehrer-Kollege Patrick Schefczik kam die Idee auf, einen Account auf der Bilder- und Videoplattform Instagram zu eröffnen. Doch den beiden war bewusst: Ohne die Hilfe der Schüler kommen sie nicht weit. Kurzerhand wurde dem Kollegium und der Schulleitung die Idee einer Social Media AG vorgestellt. Diese solle sich um die Präsenz der Schule in den Sozialen Medien kümmern. Das traf auf volle Zustimmung. „Ich war begeistert, dass wir so tolle Lehrkräfte haben, die bei dem Thema mithalten können“, erklärt Schulleiter Oliver Schmider.

Die Treffen der Gruppe verlaufen wie eine Redaktionskonferenz

So treffen sich seit rund einem Jahr jeden Freitagnachmittag knapp 20 Schüler um im Namen der Schule zu posten. „Natürlich ist es ein ungewöhnlicher Weg einer Schule, aber so sind die Schüler mittendrin und lernen einen sensiblen Umgang mit dem Medium“, weiß EBS-Pressesprecherin Angelika Schober-Penz. Doch auch für die Schüler war es eine Umgewöhnung, Instagram plötzlich nicht privat, sondern für die Schule zu nutzen.

Wie können welche Themen angesprochen werden und wie präsentiere ich die Schule? Das waren Punkte, die die Schüler erst einmal lernen mussten. „Das erforderte ein starkes Umdenken“, erinnert sich Sutter an die Anfänge. Doch mittlerweile läuft es wie am Schnürchen. Die Treffen verlaufen wie in einer Redaktion. Nach einer knackigen Eingangssitzung, bei der über die vorherigen Posts und Aktionen diskutiert wird, werden die zukünftigen Themen entwickelt. Danach wird fleißig in den Gruppen gearbeitet, denn wie in einer Redaktion bleibt nur wenig Zeit bis zum Redaktionsschluss. Neben Aktionen und Interna aus der Schule werden wöchentlich auch aktuelle Nachrichten mit in die Storys aufgenommen. „Mir war es wichtig, mehr Wissensthemen ins Insta zu posten“, sagt Vanessa Lovric. Die 18-Jährige ist von Anfang an Teil der AG und leitet das Wissens-Team. „Es ist echt schrecklich, wie wenig es die meisten interessiert, was auf der Welt passiert“, klagt die Schülerin. So fanden sich zuletzt Neuigkeiten zum Brexit, dem Klimaschutz oder Julian Assange auf dem Insta-Profil der Schule. Mit Wirkung: viele Schüler geben zu, sich seitdem mehr für diese Themen zu interessieren.

Der Account hat momentan 500 Follower

„Es freut mich damit zeigen zu können, dass wir mehr als nur ein Bildungsabschluss sind“, sagt Schulleiter Schmider und zeigt sich zufrieden mit der positiven Entwicklung. Vor einem Jahr war Sutter und Schefczik nicht klar, ob das Ganze überhaupt angenommen wird. Bis jetzt kann die AG aber nicht über Interessierte klagen. Immer mehr Schüler möchten mitmachen. So gab es nun erst einmal einen Aufnahmestopp. Aber mit dem Schul-Account geht’s fleißig weiter. Unter @ebsagram können Nutzer der Plattform der Erich-Bracher-Schule folgen. Aktuell machen das schon über 500 Follower.

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