Kornwestheim Jugendliche wollen für zentrale Begegnungsstätte kämpfen

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Auf dem Podium saßen (von links) Sven Waldenmaier (CDU), Elias, Raphael und Meryem von der Initiative Kant 10 sowie Ender Engin (FDP). Foto: Anne Fuhrmann

Kornwestheim - Es liegt zu weit weg vom Stadtzentrum und den Schulen, ist mit dem Bus schwer zu erreichen und hat ein Sicherheitsproblem: Mit solchen Argumenten hat sich die Initiative Kant 10 gegen die Lage des jetzigen Jugendzentrums in der Stuttgarter Straße ausgesprochen. Bei der rund zweistündigen Veranstaltung „Die Jugend gehört ins Zentrum“ erhoben die jungen Leute eine unmissverständliche Forderung. Dabei wurden sie von der FDP Kornwestheim unterstützt.

Zusammengefunden haben die Jugendlichen beim Auftakt von „Jugend Bewegt“, zu dem die Stadt im Herbst eingeladen hatte. Inzwischen haben sich 30 Teenager aus allen weiterführenden Schulen der Stadt zusammengetan. Zehn von ihnen waren am Dienstagabend ins K gekommen, um ihre Jugendinitiative und deren Ziele vorzustellen. In einer Präsentation mit Folien erläuterten zwei Mitglieder der Initiative die Forderungen. Sie lassen sich auf zwei Punkte reduzieren: Erstens verlangen die jungen Leute, dass das Jugendzentrum (Juz) von dem jetzigen Standort in Stadtrandlage in das Gebäude der alten Stadtbücherei in der Kantstraße 10 umzieht. Zweitens fordern die Jugendlichen, dass in der dann verlagerten Begegnungsstätte ein Jugendcafé eingerichtet wird. Während ihrer Ausführungen beklagte die Initiative, dass die Wünsche der Jugendlichen bei der Stadt nicht ankämen. Zudem fehle ein zentral gelegener Treffpunkt.

Nach einem entsprechenden Beschluss des Gemeinderates plant die Stadt, im Gebäude in der Kantstraße 10 Exponate einzulagern, die der Verein für Geschichte und Heimatpflege gesammelt und der Stadt überlassen hat. Die Sammlung ist aktuell noch im Sprecherhaus in der Mühlhäuser Straße untergebracht, das abgerissen werden soll. Dass die alte Stadtbücherei künftig als Lagerfläche, anstatt als Jugendzentrum, genutzt werden soll, wollen die Jugendlichen allerdings nicht akzeptieren. Sie starteten eine Petition und bekamen 1500 Unterschriften zusammen. Das Ziel der jungen Leute ist es, den Ratsbeschluss rückgängig zu machen und die Nutzung als Lagerstätte zu verhindern. Dies machten sie mit ihrer Präsentation sehr deutlich.

Im Anschluss war das Wort freigegeben für fünf Teilnehmer auf dem Podium. Neben den drei Jugendlichen Elias, Raphael und Meryem von der Initiative Kant 10 saßen dort Ender Engin von der FDP und Sven Waldenmaier von der CDU. Sie stellten sich den Fragen des Publikums, die der Moderator Jonathan Dollinger vom Debattierclub Stuttgart koordinierte.

Eine Frage, um die die Wortbeiträge immer wieder kreisten, war: Muss die geschichtshistorische Sammlung in die Kantstraße gebracht werden oder findet sich ein alternativer Lagerplatz für die Exponate? Engin vertrat eine eindeutige Meinung: Der Ratsbeschluss müsse geändert werden. Das müsse in einer Demokratie möglich sein, meinte er. Auch die Jugendlichen selbst, ihre Eltern und sonstigen Angehörigen, die ebenfalls erschienen waren, unterstützten die Forderungen nach einem Umzug des Juz in die Kantstraße. So bildete sich eine breite Front gegen die Nutzung als Lagerstätte. Ein häufig genanntes Argument war, dass die Jugendlichen einen höheren Stellenwert als die geschichtshistorische Sammlung haben müssten.

Fast allein auf weiter Flur war Christdemokrat Sven Waldenmaier, der sich gezwungen sah, die Euphorie der Jugendlichen ein wenig einzubremsen. „Der Gemeinderatsbeschluss kann derzeit nicht rückgängig gemacht werden. So ehrlich muss man sein“, sagte er. Er wolle sich jedoch dafür einsetzen, dass im Stadtzentrum ein Ort für die Jugendlichen geschaffen werde – als Ergänzung zum Juz. Die Fraktionen von SPD, Grüne, Linke und Freien Wähler hatten die Einladung aufs Podium abgelehnt, weil sie den Termin als Wahlkampf der FDP werten und die Forderungen als nicht umsetzbar einschätzen.

 
 

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