Kornwestheim K macht 2018 weniger Minus als gedacht

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Die Rizzi-Ausstellung 2018 Foto: Archiv/Mateja fotografie

Kornwestheim - Eine erstaunliche Beobachtung hat Claudia Münkel gemacht, Leiterin des Fachbereichs Kultur und Sport sowie Erste Betriebsleiterin des K: Alle zwei Jahre fällt das wirtschaftliche Ergebnis für das Kultur- und Kongresszentrum wirklich gut und deutlich über den Erwartungen aus. Ein solch positives Fazit hat sie jüngst im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderates für das Jahr 2018 ziehen können. Mit einem Umsatz von 504 000 Euro hatte die Stadt gerechnet, 833 000 Euro wurden es letztlich – das beste Ergebnis seit Bestehen des Kultur- und Kongresszentrums, das 2013 in Betrieb genommen wurde.

Lässt man den Betriebskostenzuschuss der Stadt in Höhe von 460 000 Euro außer acht, dann hat das K 2018 einen Jahresüberschuss von 104 000 Euro erwirtschaftet. Ehrlicher ist aber die Zahl von 356 000 Euro: So viel hat sich Kornwestheim im Jahr 2018 das K kosten lassen. Ohne Zuschüsse der Stadt, sagt auch Claudia Münkel, wäre der städtische Eigenbetrieb nicht überlebensfähig.

Gleichwohl: Die Fachbereichsleiterin sprach gegenüber den Stadträten von einem „wirklich sagenhaften, nahezu legendären Ergebnis“. Das K habe sich, so die Fachbereichsleiterin, in der Region etabliert. „Wir haben uns ein gutes Image erarbeitet“, sagte Münkel. Zum guten Ergebnis beigetragen hat die Ausstellung mit Arbeiten des Künstlers James Rizzi, die den ganzen Sommer 2018 über den Festsaal und das Foyer des Ks in Beschlag nahm – das also in einer Zeit, in der nur wenige Veranstaltungen stattfinden.

Zum guten Ergebnis trug aber auch bei, dass die Ausgaben um rund zehn Prozent unter dem Betrag lagen, mit dem das K gerechnet hatte. Erheblich sparte die Stadt bei den Personalkosten ein. Weil zwei Techniker gleichzeitig in Elternzeit waren, musste die Stadt auf Kräfte von außerhalb zurückgreifen. Das führte allerdings auch zu nicht erwarteten Summen auf der Ausgabenseite.

Nur knapp die Hälfte der Einnahmen (46 Prozent) stammt aus der Vermietung der Säle und der Foyers. Das Berechnen der Technik und des Personals trug zu 38 Prozent zu den Einnahmen im K bei. Erfreut zeigte sich Münkel, dass die Kunden „besser als erwartet“ auf Dienstleistungen von Unternehmen aus dem Catering-Pool zurückgegriffen haben. Auch das trug noch einmal zur Steigerung des Umsatzes bei. Hatte die Stadt in diesem Bereich mit Einnahmen in Höhe von 2000 Euro kalkuliert, so wurden es schließlich rund 52 000 Euro.

450 Veranstaltungen fanden 2018 im K statt. Bei knapp 40 Prozent gewährte die Stadt den Mietern einen Sondertarif – zumeist deshalb, weil es sich bei den Veranstaltern um Kornwestheimer Vereine handelte, denen günstigere Konditionen gewährt werden. Bei weniger als 30 Prozent der Veranstaltungen verlangte die Stadt den Standardtarif. Im Wirtschaftsbericht schreiben Claudia Münkel und ihre Stellvertreterin Beate Stiller: „Die Erfahrungen der ersten fünf Betriebsjahre zeigen, dass die Präsenz im Internet in Form von Eintragungen in Locationportalen neben den persönlichen Empfehlungen den wichtigsten Vertriebskanal zur Anfragegenerierung darstellt.

Dass es in Zukunft so gut weiterläuft, davon geht Münkel nicht aus. Zum einen folgt laut ihrer Erfahrung nach einem guten Jahr ein nicht so optimales, zum anderen ändern sich die Rahmenbedingungen. In dem Wirtschaftsbericht schreibt sie: „Es ist zu befürchten, dass der bislang aufsteigende Trend in der Veranstaltungsbranche und die konstant hohe Nachfrage nach Räumlichkeiten für Veranstaltungen sich dem Wirtschaftstrend anpassen und folglich mit einer Stagnation oder gar mit einem Rückgang von Veranstaltungen zu rechnen ist.“ Das K bekomme auch die Schnelllebigkeit zu spüren, „da neue Kundenwünsche noch schneller, kurzfristiger, spontaner und flexibler bewältigt werden müssen“.

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