Kornwestheim Keck bringt Zapfhahn mit einem Schlag ins Fass

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Kleiner Mann vor großer Kulisse: Karaoke bei den Städtischen Orchestern. Foto: Horst Dömötör

Kornwestheim - Wir sind rundum zufrieden.“ So lautete die Bilanz von Walter Specht, Vorsitzender des Stadtausschusses für Sport und Kultur, zu den Kornwestheimer Tagen 2019. Rundum zufrieden – diese Einschätzung dürften viele andere Kornwestheimer teilen. Oberbürgermeisterin Ursula Keck zum Beispiel, der die offizielle Eröffnung am Samstagnachmittag zukam: Mit nur einem Schlag brachte sie den Zapfhahn ins Fass und strahlte anschließend mit der Sonne um die Wette. Auch die zahlreichen Besucher genossen das Stadtfest bei sommerlichen Temperaturen sehr.

Vor allem auf die Jüngeren üben Stadtfeste natürlich eine große Faszination aus. Die Kornwestheimer Tage waren da keine Ausnahme und hatten so einiges für Kinder und Jugendliche zu bieten – ein kleines, quietschbuntes Karussell mit klassischer Jahrmarktmusik zum Beispiel oder eine ebenso kleine Eisenbahn, vier Wagen plus Lokomotive, die nichts weiter taten, als Kreise zu drehen. Trotzdem hörte man die Begeisterungsschreie der Passagiere schon von Weitem – und die neidischen Protestschreie der Geschwisterkinder am Rand, die noch zu klein waren, um eine solche Fahrt antreten zu dürfen. Eben­solche Ausrufe der Begeisterung schallten auch von dem Bungee-Trampolin durch den Stadtpark. Auch hier drehte sich etwas im Kreis – die Kinder selbst, wenn sie Überschläge in ihren Gurten wagten.

Aber natürlich hatten die Kornwestheimer Tage nicht nur Spaß und Spiel für Kinder parat, sondern auch ein breites musikalisches Unterhaltungsprogramm auf der Marktplatz-Bühne. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgten wie jedes Jahr die Kornwestheimer Vereine – wie der Italienische Kulturverein, der schon seit Jahrzehnten den Platz direkt neben der Bühne innehat. Seit 40 Jahren, fast solange wie der Kulturverein selbst, ist Helferin Monia Marongiu bei den Kornwestheimer Tagen dabei – damals als Kind mit den Eltern. Mittlerweile helfen ihre eigenen Kinder schon fleißig beim Pizzabacken. Aber der Standort hat auch einen entscheidenden Nachteil. „Manchmal versteht man sein eigenes Wort nicht mehr“, meinte Lucia Russo Purificato, nur um wie aufs Stichwort von einer Tonstörung auf der Bühne unter­brochen zu werden. Doch die war schnell behoben, und die Juniorband und die Schülerband des Ernst-Sigle-Gymnasiums begeisterten die Zuhörer bald mit wesentlich angenehmeren Klängen.

Auch an anderen Ständen war man musikalisch unterwegs, so hatte auch die Handballabteilung des SVK für Livemusik gesorgt. Mit ihrem Getränke- und Essensstand und einer Longdrink-Bar waren sie erst zum zweiten Mal dabei. Während der Verein im vergangenen Jahr noch improvisieren musste, hatte er nun mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen: dem langen Wochenende. Viele nutzten es, um in den Urlaub zu fahren, sodass die Helfer oft doppelte oder dreifache Schichten schieben mussten. Aber auch das störte die gute Stimmung bei den Handballern nicht weiter. Genauso sah man das auch beim Männergesangverein, wo die Bänke stets gut gefüllt waren. Den traditionellen Schaukelbraten wollten sich viele Besucher offenbar nicht entgehen lassen. „Unsere Mitglieder arbeiten genauso gerne, wie sie singen“, bemerkte Vorstand Wolfgang Stadelmaier.

Gesungen wurde am Samstagabend natürlich auch noch – die Karaokebühne des Städtischen Orchesters lockte wie immer zahlreiche Sänger und Zuhörer an. Und dann gab es natürlich noch das Feuerwerk. Es begann mit einem lauten Knall und auf die Sekunde pünktlich, und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – ziemlich überraschend. Aber überraschende Momente sind ja oft die schönsten. Die Zuschauer auf dem Festgelände jedenfalls belohnten das Feuerwerk mit einem begeisterten Applaus. Und der galt, davon kann man wohl ausgehen, genauso den Feuerwerkern wie auch allen anderen Helfern dieser 48. Kornwestheimer Tage.

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