Kornwestheim Keck: keine Hundewiese in der Stadt

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So wird in Kornwestheim eher kein Hund über die Wiese tollen. Foto: dpa/Patrick Pleul

Die Anregung war schneller vom Tisch gefegt als ein Hund bellen kann: Von einer Hundewiese in Kornwestheim hält Oberbürgermeisterin Ursula Keck gar nichts. „In unserem hochverdichteten Raum sollten wir darauf verzichten“, sagte die OB zu einem Wunsch, den SPD-Stadtrat Robert Müller auf Bitten eines Bürgers in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorgetragen hatte. Kaum hatte Müller das Thema in öffentlicher Sitzung angerissen, war es auch schon zu den Akten gelegt.

Der Vorschlag: im Bereich der Hannes-Reiber-Halle

Und dabei gab’s doch schon einen Vorschlag für einen Standort: Im Bereich der Hannes-Reiber-Halle im Süden der Stadt, so berichtete Müller vom Anliegen aus der Bürgerschaft vor, könnte eine Wiese eingezäunt und den Hundebesitzern sowie ihren Vierbeinern zur Verfügung gestellt werden. Und er verwies darauf, dass es auch in Stuttgart und Ludwigsburg solche Hundespielplätze geben würde.

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Mögen die Hunde solche eingezäunten Wiesen, in denen sie freien Auslauf haben und sich austoben können? Sie sind keineswegs für jeden Hund geeignet, antwortet Andrea Hoffarth, Vorsitzende des Hundesportvereins Kornwestheim. Die Hunde müssten sozial verträglich, also geübt im Umgang mit ihren Artgenossen sein. Und was die Menschen betrifft: Sie müssten sich an die Spielregeln halten, die für solche Hundespielplätze aufgestellt werden – die Öffnungszeiten und die Sauberkeit zum Beispiel betreffend.

Austoben ist auch auf freiem Feld möglich

Dass Hunde Auslauf brauchen, steht für Andrea Hoffarth außer Frage. „Sie brauchen das freie Spiel, um sich Sozialkompetenz anzueignen und Sozialkontakte zu knüpfen.“ Sie hat die Erfahrung gemacht, dass das Austoben auch auf dem freien Feld möglich sei – unter Beachtung der dort geltenden Regeln. Hoffarth spricht vom „kontrollierten Freilauf“. Auf Radfahrer und Fußgänger müsse Rücksicht genommen werden, das Wild in freier Natur dürfe nicht aufgescheucht werden. Und natürlich müssten die Hundebesitzer und ihre Vierbeiner auch Rücksicht auf die landwirtschaftlich genutzten Flächen nehmen. Was der Kornwestheimer Vereinsvorsitzenden ebenso ein wichtiges Anliegen ist: Wenn die Besitzer ihre Tiere zurückrufen, dann sollten die auch hören und den Anweisungen folgen.

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Das Thema Hundewiesen beschäftigte jüngst auch die Stadt Remseck beim Dachterrassengespräch im Rathaus, einem Format, bei dem Vertreter der Stadtverwaltung mit der Bürgerschaft in Kontakt kommen will. Das Fazit dieser Veranstaltung: „Die Hundewiese ist eine Möglichkeit für gut erzogene Hunde zu toben und soziale Kontakte zu knüpfen. Offen blieb jedoch die Frage, wo so eine Hundewiese sein könnte und wer für die dort nötige Einhaltung von Regeln verantwortlich ist.“ In dieser Hinsicht ist Kornwestheim schon ein Stück weiter. Doch die die OB ließ erst gar keine Diskussion aufkommen: „Hier ist’s zu beengt.“

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