Kornwestheim Keine Klagen über Mathe-Abi in Kornwestheim

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Schüler beim Abitur Foto: dpa

Kornwestheim - Dass die Aufgaben im Mathematikabitur zu schwer waren, hört man alle Jahre wieder. In diesem Jahr machen allerdings gleich Zehntausende Schüler gegen die Prüfung mobil. In Bayern, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und dem Saarland sowie in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt haben Abiturienten mittlerweile Online-Petitionen eingerichtet und wollen gegen die Aufgaben vorgehen. In Bayern gab auch der Lehrerverband zu bedenken, dass es in einer Aufgabe eklatant viel – und auch unnötigen – Text gegeben habe, weshalb vergleichsweise viele Schüler nicht rechtzeitig mit den Aufgaben fertig wurden.

Hierzulande ist von solchen Problemen nichts bekannt. Im Gegenteil: Am Kornwestheimer Ernst-Sigle-Gymnasium (ESG) waren die Mathematiklehrer mit den Anforderungen, die an die Abiturienten gestellt wurden, mehr als einverstanden. „Alle Aufgaben waren wählbar, keine ist als besonders schwer herausgestochen“, sagt Stefanie Bertsch, die am ESG für den Fachbereich Mathematik zuständig ist. Auch von Schülerseite habe sie nichts Gegenteiliges vernommen, so Bertsch.

In Baden-Württemberg besteht das Matheabitur aus einem Pflichtteil, der für jeden Schüler gleich gestaltet ist, und einem Wahlteil. Im Letzteren wählen die Lehrer in den Bereichen Analysis, Geometrie und Stochastik jeweils eine von zwei Aufgaben aus. Am ESG, wo es in diesem Jahr insgesamt fünf Mathematik-Kurse im Abschlussjahrgang gibt, sei sich das Kollegium schnell darüber einig gewesen, welche Aufgaben es den Schülern stellen wolle, so Bertsch. Sie vermutet, dass die Proteste anderswo auch damit zusammenhängen könnten, dass es in diesem Jahr erstmals einen Aufgabenfundus gab, aus dem sich alle Länder bedienen konnten. So soll das Abitur insgesamt vergleichbarer werden. „Es gibt ja durchaus unterschiedliche Traditionen bei den Aufgabenstellungen in den unterschiedlichen Bundesländern“, gibt Bertsch zu bedenken.

Am Kornwestheimer Gymnasium hingegen werden die Aufgaben aus dem vergangenen Jahr sogar als schwerer eingestuft. „Das hat sich auch in den Ergebnissen niedergeschlagen“, sagt Bertsch. „Die waren im Vergleich zu den anderen Jahren ein paar Zehntel schlechter.“

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