Kornwestheim Kindergärten begrüßen die neue Testpflicht

Von Jacqueline Fritsch und Marius Venturini
Für die Sicherheit von Kindern und Mitarbeitern: Kitas dürfen nur mit negativem Test betreten werden. Foto: dpa/Monika Skolimowska

Kornwestheim - Es ist schon fast ein Ritual geworden, dass sich die Kinder vor dem Besuch des Kindergartens ein Stäbchen in die Nase schieben und kontrollieren, ob sie Corona haben. „Manche Kinder fragen schon, ob wir heute wieder einen Test machen, die freuen sich darauf“, sagt Esther Trippel, die Leiterin des Kindergartens am Starenweg. Deshalb glaubt sie, dass die neue Testpflicht den Kindergarten und die Familien vor keine größeren Herausforderungen stellen wird.

Bisher durften sich Kinder, die einen Kindergarten oder eine Kita besuchen, freiwillig testen. Verpflichtend war es nur für ein paar Wochen im vergangenen Frühjahr. Vom kommenden Montag an schreibt die Landesregierung nun vor, dass Kinder ab einem Jahr nur noch getestet in die Kita gehen dürfen. Das soll dazu beitragen, die Ausbreitung der Omikron-Variante einzudämmen. Die Regelung gilt sowohl für die städtisch als auch die kirchlich und von privaten Anbietern betriebenen Kindergärten und Kitas. „Auch für die kirchlichen und privaten Träger stellt die Stadt die Tests“, informiert Lisa Herfurth, im Rathaus für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, auf Nachfrage.

Rund 1500 Kinder

In Kornwestheim besuchen rund 1500 Kinder eine der städtischen Betreuungseinrichtungen. Ihre Eltern sind von der Stadtverwaltung informiert und über den genauen Ablauf in Kenntnis gesetzt worden. Die Stadt hat festgelegt, dass die Schnelltests montags, mittwochs und freitags stattfinden und zwar entweder zuhause, in der Kita oder an einer offiziellen Teststelle. Nach einem positiven Test in einer Kita-Gruppe müssen die betroffenen Kinder an fünf aufeinanderfolgenden Tagen getestet werden. Eltern dürfen die Kitas nach wie vor nicht betreten.

Esther Trippel vom Kindergarten Starenweg begrüßt die Entscheidung des Landes. „Das macht den Kindergartenbesuch sicherer – für die Kinder, die Familien und für die Mitarbeiter“, sagt sie. Da einige Kinder bisher schon freiwillig getestet worden sind, sei man schon seit Monaten eingespielt. Der einzig größere Aufwand ist künftig, die Tests zu kontrollieren und zu dokumentieren, sagt Trippel. Freilich gebe es auch vereinzelt Eltern, die dem Testen kritisch gegenüberstehen. „Aber es kann gut sein, dass sie den Lollitests aufgeschlossener begegnen“, sagt Trippel. Bisher haben sich die Kinder am Starenweg mit Stäbchen für die Nase getestet, mit der Testpflicht bekommt die Einrichtung nun Lollitests zur Verfügung gestellt – damit sich auch die ganz Kleinen gut testen können. Den Kindergarten Starenweg besuchen aber sowieso nur Kinder ab drei Jahren und die können laut Esther Trippel schon sehr gut mit Nasaltests umgehen.

Für manche ist es wie ein Spiel

Den Eindruck hat auch Fadik Cicekdagi, deren drei- und vierjährige Kinder den städtischen Beate-Paulus-Kindergarten besuchen. „Die Tests sind für sie wie ein Spiel, sie freuen sich darauf“, sagt sie. Wenn ihre Kinder aber erst ein Jahr alt wären, wäre die Testpflicht vermutlich schwieriger umzusetzen. „Mit einem Jahr ist es schon sehr früh. Vielleicht geht das mit dem Lollitest, aber nasal stelle ich mir das schwierig vor“, sagt sie. Cicekdagi ist nicht nur Mutter, sondern auch Sprecherin des Gesamtelternbeirats der Kornwestheimer Kindergärten. Sie erzählt, dass unter allen Eltern – egal ob städtische, private oder kirchliche Kitas – eine Umfrage zu Coronatests gemacht worden sei. Das Ergebnis: Etwa 55 Prozent sind für eine Testpflicht. „Die Beteiligung war nicht sehr hoch, sonst würde das Ergebnis vielleicht deutlicher ausfallen“, sagt Cicekdagi. Die Sorge der eher skeptischen Eltern sei aber meist gewesen, ob man den Test zuhause oder in der Kita macht und ob es ein Lolli- oder Nasaltest ist. „Dafür ist ja jetzt eine gute Lösung gefunden worden“, sagt Cicekdagi.

Auch beim privaten Kita-Träger Mahale in Kornwestheim sieht man die Testpflicht positiv. „Aufgrund der Notwendigkeit haben wir schon vor Weihnachten getestet“, sagt Sylvia Kirsten, Mahale-Geschäftsführerin. Der Träger gibt die Tests aus, die Eltern führen sie zuhause mit den Kindern durch. „Es ist auch sinnvoll, was die Sicherheit unserer Mitarbeitenden angeht“, so Kirsten. Wie sich die Omikron-Variante des Corona-Virus schließlich genau auswirken werde, müsse man sehen – nach der Schließzeit über die Feiertage öffnen die Mahale-Einrichtungen erst am Montag wieder ihre Pforten.

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