Kornwestheim Kinderpornografie im Internet bestellt

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Ein 32-jähriger Mann wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er übers Internet kinder- und jugendpornografische Bilder in Auftrag gab. Foto: dpa

Kornwestheim - Erst bestellte er kinderpornografische Fotos im Internet und verbreitete diese weiter. Dann machte er sich in einem Brief noch darüber lustig, dass ihm die Ermittler nicht gänzlich auf die Schliche gekommen sind. In der Hauptverhandlung, in der sich ein 32-jähriger Kornwestheimer verantworten musste, haben Richter und Staatsanwältin sichtlich um die passenden Worte gerungen. Vor der 8. Großen Strafkammer zeigte sich der Angeklagte geständig. Um eine mehrjährige Haftstrafe kommt der Mann allerdings nicht herum.

Die Vorwürfe gegen den 32-Jährigen wogen schwer. Die Anklage lautete auf Anstiftung zu schwerem sexuellen Missbrauch an einem Kind und sexuellen Missbrauch an einer Jugendlichen. Zur Last gelegt wurde dem Mann zudem, kinder- und jugendpornografische Schriften verbreitet zu haben. Zwar wollte sich der Angeklagte nicht zu den Vorfällen und seiner Person äußern. Über seinen Anwalt ließ er jedoch erklären, dass er alle vorgeworfenen Taten vollumfänglich einräumt.

Über Facebook war der 32-Jährige im vergangenen Jahr von einem Geschwisterpaar aus den Philippinen kontaktiert worden. Nachdem der Kornwestheimer seine Vorliebe für Mädchen und Frauen im Alter zwischen 11 und 25 Jahren offenbart hatte, bestellte er bei der Philippina Foto- und Videodateien, die ein 11-jähriges nacktes Mädchen aus der Familie in sexuellen Situationen zeigen. Einige Zeit später soll der 32-Jährige erneut auf diesem Weg Bildmaterial gekauft haben, das nach seinen Wünschen angefertigt wurde. Dieses Mal zeigten die pornografischen Aufnahmen eine 15-Jährige. Die von der philippinischen Familie erworbenen Fotos lud der Angeklagte im Internet später hoch, wo er auch anderes pornografisches Bildmaterial teilte. Auf seinem Handy und anderen Speichermedien waren zahlreiche weitere Fotos zu finden.

Der Vorsitzende Richter Tormählen zeigte sich betroffen davon, dass der 32-Jährige das Wohlstandsgefälle ausgenutzt habe, um in Armut lebende Personen dazu zu animieren, sexuellen Missbrauch innerhalb der Familie zu begehen. „Dahinter stehen massive Schicksale“, sagte er. Auch die sexuellen Varianten, die der Angeklagte auf den Fotos präsentiert bekommen wollte, seien alles andere als schön. Unter anderem sollten sich die Minderjährigen für die beauftragten Aufnahmen Gegenstände anal und vaginal einführen.

Auf die Spur gekommen waren die Beamten dem 32-Jährigen über einen australischen Ermittler, der in einem Internetforum im Darknet auf den Kornwestheimer gestoßen war. Das sagte eine Kriminalkommissarin im Zeugenstand. Nach dem Hinweis ans Bundeskriminalamt durchsuchte die Polizei im Frühjahr seine Wohnung. Der Angeklagte habe noch versucht, sein Handy zu verstecken, sagte ihr Kollege, ein weiterer Zeuge, nun vor Gericht. Der 32-Jährige habe jedoch bereits während der Durchsuchung und in einem Streifenwagen Teile der Taten gestanden.

Zwar hat der Angeklagte vor Gericht über seinen Verteidiger mitteilen lassen, dass er die Taten bereue. Zwei Briefe an einen unbekannten Mann, die er vor Kurzem im Stammheimer Gefängnis verfasste, lassen ihn aber in keinem guten Licht erscheinen. Er droht darin, sich an den philippischen Beteiligen zu rächen, denen in ihrer Heimat der Prozess gemacht wird. Die Beamten beleidigte er als „Ermittlungsloser“ und ließ durchblicken, dass er weitere Straftaten begangen hat. Weitere, noch obszönere, Beschimpfungen richteten sich vor allem an die Staatsanwältin, aber auch an die Richter. Die minderjährigen Opfer seien „Nutten“.

Während die Briefe vorgelesen wurden, nickte der Angeklagte bekräftigend und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Vor diesem Hintergrund sagte die Staatsanwältin: „Mir fehlen die Worte.“ Die ihm zur Last gelegten Taten seien nur die Spitze des Eisberges. Dem Angeklagten attestierte sie fehlenden Anstand und Respekt. In den Briefen sei keine Reue erkennbar. Sie forderte eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten. Für das Anstiften zu sexuellem Missbrauch an den Minderjährigen wurde der 32-Jährige zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, für das Verbreiten pornografischer Schriften separat zu neun Monaten. Wegen Letzterem war der Mann bereits vorbestraft und befand sich noch in der Bewährungszeit.

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