Kornwestheim Kitaplätze: Lage entspannt sich deutlich

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In Kornwestheim ist die Nachfrage Foto: dpa/Arno Burgi

Kornwestheim - Noch vor einem Jahr war die Situation angespannt: Die Nachfrage nach Kindergartenplätzen war groß und steigend, die Wartelisten waren gut gefüllt. Nun sind die Aussichten wesentlich rosiger. In der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Integration ist am Mittwochabend die Bedarfsplanung für die Kindergärten in der Stadt vorgestellt worden. Wie Birgit Scheurer, die Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Bildung, erklärte, liegt zurzeit eine besondere Situation vor: „Es gibt freie Plätze, wenn auch wenige, und eine so kurze Warteliste wie noch nie“, sagte sie. Zurzeit sei die Lage sehr entspannt. Und das hat einen einfachen Grund: Es wurden eine neue Einrichtung eröffnet und weitere Gruppen geschaffen.

Im vergangenen Mai, einen Monat später als ursprünglich geplant, ging das neue Kinderhaus „Hoppsala“ an den Start, eine sechsgruppige Einrichtung auf dem ESG-Gelände, deren Bau zeitgerecht fertig wurde, wie Scheurer erläuterte. Zunächst wurde mit einer Gruppe für Unter-Dreijährige und einer für Kinder über drei Jahren begonnen. Nach und nach soll das Angebot dort ausgebaut werden. Langfristig sind seitens des Kinderhausträgers Mahale zwei Krippengruppen für Kinder von sechs Monaten bis drei Jahre, eine Ganztagsgruppe für Kinder von drei bis sechs Jahren sowie drei altersgemischte Gruppen für Mädchen und Jungen ab zwei Jahren geplant.

Im September wurde außerdem „Himpelchen und Pimpelchen“, die Einrichtung eines freien Trägers, neu eröffnet. Sie sind in den ehemaligen Räumen des freien Trägers „Happy Clouds“ im Wettecenter untergekommen, der wiederum an einem Standort in der Stammheimer Straße weitere Räume gemietet hat und dorthin komplett umgezogen ist. Bei beiden freien Trägern seien so weitere Plätze entstanden, die dafür gesorgt hätten, dass sich die Situation entspannt habe, führte Birgit Scheurer aus.

Zu beobachten ist in Kornwestheim, dass die Zahl der Kinder unter drei Jahren rückläufig ist, während die der Kinder über drei Jahren steigt. Im Juli wurden in den Kitas beispielsweise 1120 Mädchen und Jungen von drei Jahren bis zum Schuleintritt betreut, aber nur 233 Kinder unter drei Jahren. Flexible Plätze in altersgemischten Gruppen konnten daher überwiegend von den Über-Dreijährigen belegt werden. Für das Jahr 2020/2021 gibt es im U 3-Bereich 29 Platzzusagen und 71 Vormerkungen, im Ü 3-Bereich 43 Zusagen und 40 Vormerkungen.

Kein Problem bereitet der Stadt der veränderte Einschulungsstichtag. Im laufenden Schuljahr wird dieser – stufenweise über drei Jahre hinweg – vom 30. September auf den 30. Juni vorverlegt. Die Folge: Es gibt mehr Kann-Kinder, die länger in den Kitas bleiben. In diesem Jahr bedeutet das, dass 13 Mädchen und Jungen länger in den städtischen Kitas bleiben. Für die freien Träger liegen der Stadt keine Zahlen vor, sagte Scheurer.

Derzeit ist die Situation nach Aussage der Fachbereichsleiterin so gut, dass in größerem Umfang als bisher auswärtige Kinder aufgenommen werden können. Momentan werden 74 Kinder betreut, deren Familien nicht in Kornwestheim wohnen. Dafür erhält die Stadt von den Wohnorten der Mädchen und Jungen einen interkommunalen Kostenausgleich. Allerdings besuchen auch 57 Kornwestheimer Kinder auswärtige Einrichtungen.

Für die Zukunft rechnet die Stadt mit einem steigenden Bedarf an Kitaplätzen. Die Rede ist laut der Verwaltung von zehn zusätzlichen Gruppen bis zum Jahr 2026, das bedeutet rund 1500 weitere Plätze. Dem sieht Birgit Scheurer jedoch gelassen entgegen. Von den Trägern Mahale, Happy Clouds und Himpelchen und Pimpelchen würden zehn neue Gruppen geschaffen. Zudem werde im Kindergarten Rosensteinstraße eine dritte Gruppe eingerichtet.

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