Kornwestheim Klare Entscheidung im ersten Wahlgang

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Martina Koch-Haßdenteufel während ihrer Rede vor den Stadträten Foto: Peter Mann

Kornwestheim - So spürbar dicht ist die Atmosphäre im Großen Sitzungssaal des Kornwestheimer Rathauses selten. Die Zuschauerränge am Donnerstagabend sind voll, Fotografen eilen umher. Die städtische Pressesprecherin Caroline Schaal läuft reihum und nimmt rote Stimmzettel entgegen. Als sie fertig ist, beginnen die Oberbürgermeisterin Ursula Keck und die Stadträte Marcel Demirok (FDP) und Hans-Michael Gritz (SPD) auszuzählen. Es dauert wenige Minuten, dann ist klar: Die neue Kornwestheimer Beigeordnete für Finanzen und Wirtschaft heißt Martina Koch-Haßdenteufel. Die 49-Jährige, bislang Beigeordnete in Gerlingen, vereint gleich im ersten Wahlgang 15 Stimmen der Stadträte auf sich. Das ergibt eine absolute Mehrheit – und reicht damit zum sofortigen Wahlsieg.

Der Diplom-Kaufmann und Mittelstands-Berater Hans-Jürgen Simacher kommt auf acht Stimmen, die Kornwestheimer Stadtkämmerin und Wirtschaftsförderin Daniela Oesterreicher auf vier Stimmen.

Die drei Bewerber haben zuvor in rund zehnminütigen Redebeiträgen noch einmal für sich werben dürfen – auch, wenn davon auszugehen ist, dass viele Stadträte ihre Entscheidung schon vor der Sitzung getroffen hatten. Die 37 Jahre alte Daniela Oesterreicher wirbt unter anderem damit, dass sie die Stadt und ihre Themen gut kennt, und benannt als ihre Leitthemen „Nachhaltigkeit und Innovation“. Hans-Jürgen Simacher, 55 Jahre alt, spricht seine Führungserfahrung in der Wirtschaft an, aber auch seine Kenntnisse kommunaler Belange – er war jahrelang Geschäftsführer der Kommunalen Datenverarbeitung Region Stuttgart. Beide schlagen sich wacker, ein wenig Nervosität ist aber hier und da spürbar.

Martina Koch-Haßdenteufel zeigt in ihrer Rede auf, dass sie sich in die Belange der Stadt eingearbeitet hat. „In Kornwestheim stehen gerade viele wichtige Themen an. Die Umsetzung eines Personalkonzeptes, die Schulentwicklung und Digitalisierung, außerdem wird Kornwestheim Hochschulstandort“. Das Wissen um die örtlichen Schwerpunktthemen verknüpft die 49-Jährige mit der eigenen Verwaltungserfahrung und dem Blick von außen, sie spricht von neuen Ideen, die sie mitbringe – und überzeugt am Ende eine klare Mehrheit der Kornwestheimer Stadträte für sich.

Die Frage von Oberbürgermeisterin Ursula Keck, ob sie die Wahl annehme, beantwortet die gut gelaunte Verwaltungsexpertin Koch-Haßdenteufel mit einem lässigen „Na klar“ und richtet außerdem noch ein paar teambildend-versöhnliche Worte an Daniela Oesterreicher – die Kornwestheimer Kämmerin war immerhin gegen sie angetreten und wird künftig nichtsdestotrotz eine ihrer engsten Mitarbeiterinnen sein.

In der Folge gibt es eine zweite Wahl: Wer von den beiden Beigeordneten nun der erste Bürgermeister sein soll, muss auch noch entschieden werden. Hier macht der Kornwestheimer Baubürgermeister Daniel Güthler mit klarer Mehrheit das Rennen, er ergattert alle Stimmen bis auf drei. Daniel Güthler, sichtlich bewegt, bekommt eine feste Umarmung von Ursula Keck und dankt sodann Mitarbeitern, Stadträten, Kollegen und ganz besonders seiner Frau sowie seiner Assistentin Annette Bauer: „Ich könnte mir keine bessere Assistentin vorstellen.“ Güthler betont, er fühle sich in Kornwestheim beruflich zuhause, und hebt die Bedeutung von „Offenheit, Vertrauen und gegenseitigem Respekt“ hervor, auch mit Blick auf die neue Kollegin.

Mit einem lang anhaltenden Applaus zollen die Stadträte und Besucher Daniel Güthler ihren Respekt.

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