Kornwestheim Kornwestheim sucht Solarpioniere

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Wer hat die ältesten Zellen? Die Stadtverwaltung sucht die Photovoltaik- und Solarthermieanlagen mit den meisten Jahren auf dem Buckel. Foto: Pixabay

Kornwestheim - Wer ist die Älteste in der ganzen Stadt? Das fragt man sich bei der Stabsstelle Umwelt- und Klimaschutz der Kornwestheimer Verwaltung. Gesucht werden nicht etwa Personen, die ein besonders hohes Alter erreicht haben. Vielmehr geht es um Solarthermie- und Photovoltaikanlagen. Pünktlich zu den Energiewendetagen, ausgerufen vom Umweltministerium Baden-Württemberg, forscht man im Rathaus nun nach den „Solarpionieren“.

Die Stadt ist schon oft bei den Energiewendetagen dabei gewesen

Zum 15. Mal beteiligt sich die Kommune an den Energiewendetagen, dieses Jahr lautet das Motto „Wir sind Energie“. Es geht darum, auf Themen wie erneuerbare Energien, Energiesparen und -effizienz sowie den Klimaschutz aufmerksam zu machen. So pflegt die Kornwestheimer Verwaltung also fast schon eine Tradition – und informiert die Bürger an diesem Freitag, 17. September, von 8 bis 12 Uhr auf dem Marktplatz. Vor Ort sind Klimaschutzmanager Jannis Körner und zeitweise auch die Stabsstellenleiterin Cordula Wohnhas. Thema dürften dann wohl auch die Solarpioniere sein.

Aber was hat es mit der Aktion überhaupt auf sich? Vor allem möchte die Stadt aufmerksam machen. „Das Hauptpotenzial für erneuerbare Energie liegt in Kornwestheim bei den ungenutzten Dachflächen“, sagt der Erste Bürgermeister Daniel Güthler. Platz für ein Windrad gebe es keinen, auch liege Kornwestheim nicht an einem Fluss. „Wir haben eine Stadt, und die hat Dächer.“

Es geht primär um private Gebäude

Dabei geht es der Verwaltung nicht primär um Firmen, die ihre Gebäude mit Solaranlagen ausgestattet haben – und die bei Neubauten ab 2022 sogar dazu verpflichtet sind. Der Fokus liegt auf dem Privatbereich. Hier hat die Stadt seit 2020 ihr Förderprogramm „Wir stärken Klima“ laufen. Die in einem ersten Schritt bereitgestellten 100 000 Euro Fördermittel waren schnell aufgebraucht, der Gemeinderat bewilligte weitere 30 000 Euro. Unterstützt werden zum Beispiel die Installation von Photovoltaikanlagen und Stecker-Solargeräten, Neuanschlüsse ans Fernwärmenetz, die Kombination aus Photovoltaik und Ladestation für ein E-Auto oder der Kauf eines E-Lastenrades oder E-Dreirades. 39 Anträge sind dieses Jahr schon eingegangen. „Man kann sich da schon glücklich schätzen in Kornwestheim, weil die Förderung zu den bereits vorhandenen Fördertöpfen des Bundes hinzukommt.“ Er sei sich nicht sicher, ob das im Landkreis Ludwigsburg überhaupt noch in einer weiteren Kommune so stattfinde.

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Von Anträgen und Förderungen können die gesuchten Solarpioniere mit Sicherheit so einiges erzählen. „Ich gehe davon aus, dass die ersten Photovoltaikanlagen aus dem Jahr 1999 oder 2000 stammen“, vermutet Cordula Wohnhas, „bei der Solarthermie dürften die Anlagen noch älter sein.“ Die Besitzer der ältesten Anlagen gewinnen City-, Restaurant- oder K-Gutscheine.

Für das Gewinnspiel sind zahlreiche Angaben notwendig

Beim Gewinnspiel überlässt die Stadt nichts dem Zufall. Wer mitmacht, muss das Alter seiner Anlage über Rechnungsunterlagen nachweisen. Zudem braucht es weitere Angaben: die Leistung der Anlage, die Größe in Quadratmetern, den Stromertrag, wenn vorhanden den Solarthermieertrag sowie, wenn vorhanden, ein Foto der Anlage.

Dass es in Sachen Solarstrom in Kornwestheim noch Luft nach oben gibt, veranschaulicht Cordula Wohnhas. Sie sagt: „9,2 Prozent des Stroms, der in Deutschland von erneuerbaren Energiequellen stammt, kommt von der Photovoltaik.“ Darin eingerechnet seien auch große Solarparks. „In Kornwestheim stehen wir jetzt gerade bei 1,5 Prozent Photovoltaik-Strom“, sagt Wohnhas, „da ist also noch Potenzial da.“

Aber zunächst will die Stadt die Solar-Altvorderen ins Rampenlicht rücken – und so möglicherweise neue Impulse schaffen.

Engagement und Ansprechpartner

Energiewendetage
In Zeiten vor Corona hat sich die Stadt Kornwestheim noch stärker bei den Energiewendetagen ins Zeug gelegt, es gab einen Familientag, auch das Thema Mobilität stand schon im Vordergrund. Wenn die Pandemie einmal überstanden ist, soll es auch wieder mehr Aktionen geben. Dieses Jahr bleibt es allerdings beim gemeinsamen Stand mit der Ludwigsburger Energieagentur (Lea).

Teilnahme
Wer sich und seine private Solaranlage bei der Stadt Kornwestheim vorstellen möchte, wendet sich mit detaillierten Angaben per E-Mail an klimaschutz@kornwestheim.de oder per Post an die Stadt Kornwestheim, Stabsstelle Umwelt- und Klimaschutz, Jakob-Sigle-Platz 1, 70806 Kornwestheim. Pro Gebäude und Haushalt darf nur eine Anlage angemeldet werden. Rückfragen gehen ebenfalls an die Stabsstelle, am besten telefonisch an 0 71 54/ 2 02 83 72. Teilnahmeschluss ist der 31. Oktober 2021.

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