Kornwestheim Laborprobe bestätigt: Wasser im Tank legt Autos lahm

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Der Tank-Krimi ist aufgeklärt: In den Proben aus den lahmgelegten Fahrzeugen wurde Wasser nachgewiesen Foto: dpa

Kornwestheim - Ende gut, alles gut? So ganz stimmt das noch nicht. Aber immerhin wissen die Kunden jetzt mehr, deren Autos nach dem Besuch einer Kornwestheimer Tankstelle (MTB) zwischen dem 2. und 4. Januar liegen geblieben waren. „Bei der zweiten Probe der Tankfüllungen der defekten Fahrzeuge wurden über drei Prozent Wasser nachgewiesen“, sagte der Betreiber der Tankstelle nun. Für den „eindeutigen“ Dieselgeruch, den die betroffenen Kunden an ihren Tanköffnungen feststellten, gibt es nach dem Laborergebnis keinen Grund.

Schon laut der ersten Untersuchung, die der Lieferant der Tankstelle beauftragt hatte, war Wasser mit der Super E10-Benzin-Bio-Ethanolmischung aus der Zapfsäule geflossen. In der Hoffnung, dass kein Leck für den Schaden verantwortlich ist – sondern doch eventuell Diesel mit Benzin vom Tankfahrer des Lieferanten vertauscht wurde – schickte der Tankstellenbetreiber selbst Proben aus den Tankfüllungen der defekten Fahrzeuge ein. Nun ist klar: Wegen des starken Regens in der ersten Januarwoche muss wirklich Wasser in einen Domschacht der Tankstelle eingedrungen sein.

Die Versicherung zahlt

Inzwischen wurden Tankservicefirmen beauftragt, die den Tankschacht abpumpen, die undichte Stelle finden und wasserundurchlässig machen sollen. „So ein Defekt kann an jeder Tankstelle passieren, wenn Wasser über der Dichtung am Domschacht steht“, sagte der Tankstellenbetreiber. Der Schaden der Tankkunden werde jetzt über die Versicherung der Tankstelle abgewickelt, berichtete er.

„Hoffentlich wird alles ersetzt, was wir ausgelegt haben“, so Annette Baldus aus Pattonville. Mit insgesamt 1500 Euro habe sie in Vorleistung treten müssen, bis ihr Ford Fiesta nach der falschen Tankfüllung wieder fuhr. Die Rechnung über tausend Euro für die Reinigung des Tanks bekam sie prompt vom MTB-Tankstellenbetreiber zugeschickt – was bei der Pattonvillerin als kundenunfreundlich ankam. „Und der Knüller war: Ich musste den leer gepumpten Tank auf eigene Kosten wieder voll tanken.“ Inzwischen hat sich Annette Baldus wieder beruhigt: Mit hochwertigen Zündkerzen und Filter habe der Tankstellenbetreiber ihr Auto wieder flott gemacht.

Glück im Unglück

Da habe sie schon Glück gehabt, schätzt Bernd Wahr, Geschäftsführer der Fritz Wahr Energie GmbH aus Nagold, die die Tankstelle mit Kraftstoff beliefert. Früher habe es gereicht, den Tank zu reinigen und die Autos seien weitergefahren. „Bei den modernen Pkw ist alles miteinander verknüpft. Eine falsche Tankfüllung – auch wenn es nur mit Wasser versetzt ist – kann schwere Schäden verursachen“, hält Bernd Wahr fest. Deshalb sei er froh, dass „nur“ bei den zwanzig gemeldeten Fahrzeugen Schäden aufgetreten seien, die nach der falschen Betankung nicht mehr fuhren. „Wenn man sich vorstellt, dass an einem normalen Tankstellentag circa tausend Leute an einer Tankstelle tanken, dann ist in Kornwestheim relativ wenig passiert.“

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