Kornwestheim legt nach Fördertopf für Klimaprojekte erneut erhöht

Von Andreas Hennings
Solaranlagen sind auch in Kornwestheim gefragt. Foto: dpa/Marijan Murat

Wer in Kornwestheim auf Solar, Fernwärme oder E-Antrieb umstellen möchte, darf auf finanzielle Unterstützung der Stadt bauen. Das Förderprogramm „Wir stärken Klima“ läuft seit Mitte 2021 – und wird rege in Anspruch genommen. Als „vollen Erfolg“ habe sich das Programm erwiesen, zieht die Stadtverwaltung jetzt Zwischenbilanz. 126 Förderanträge sind in den bisherigen 15 Monaten eingegangen. Macht etwa zwei pro Woche.

Die Folge: Der mit 130 000 Euro gefüllte Fördertopf fürs vergangene Jahr wurde ausgeschöpft. Und die in diesem Jahr zur Verfügung gestellten 100 000 Euro waren bereits im Juni nahezu aufgebraucht, weshalb das Budget um 50 000 Euro aufgestockt wurde. Jetzt zeichnet sich ab, dass auch das bis Jahresende nicht reichen wird. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats stimmte daher am Donnerstag dem Vorschlag des Rathauses einmütig zu, nochmals 50 000 Euro nachzuschießen. Damit stehen fürs Jahr 2022 also insgesamt 200 000 Euro zur Verfügung. Gedeckt werden soll die jetzige überplanmäßige Ausgabe durch Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer.

Förderrichtlinien werden überarbeitet

Wie die Antragsbestandteile zeigen, sind Photovoltaikanlagen (114 Anträge) und Batteriespeicher (102) besonders gefragt. Stecker-Solargeräte, so genannte Balkonkraftwerke, wurden 21 Mal beantragt, E-Ladestationen 20  Mal. Auch Fernwärmeanschlüsse (12), Solarthermieanlagen (8) und Lastenräder (6) wurden bezuschusst. Die beantragten Solaranlagen würden künftig 775 000 Kilowattstunden im Jahr erzeugen und 326 Tonnen CO2 einsparen, hat die Stadtverwaltung errechnet. Weitere 30 Prozent CO2 würden durch die Batteriespeicher erzielt.

Angepasst werden sollen derweil noch im übrigen Jahr die Förderrichtlinien. Da das Gesetz bei der Photovoltaik-Pflicht inzwischen vorsieht, dass mindestens 60 Prozent der geeigneten Dachfläche bestückt wird, soll sich die kommunale Förderung auf den darüber hinausgehenden Bereich beziehen. Auch wer Steuerberatung speziell wegen Photovoltaikanlagen in Anspruch nimmt, soll künftig finanzielle Unterstützung erfahren. Angedacht ist außerdem, die Förderung für die aktuell sehr gefragten Steckersolargeräte anzuheben. An einer städtischen Online-Veranstaltung zu dem Thema hatten 80  Personen teilgenommen.

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