Kornwestheim „Lindenberg muss nichts mehr beweisen“

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Udo Lindenberg bei einem Interviewtermin.Foto: dpa Foto:  

Kornwestheim - Vor Kurzem ging es groß durch die Medien: Im Oktober sind die Dreharbeiten zu „Lindenberg! Mach dein Ding!“ gestartet, dem Film, der nichts weniger will, als das Leben des vielleicht größten deutschen Rockstars Udo Lindenberg zu erzählen. Was das mit Kornwestheim zu tun hat? Ganz einfach: Das Drehbuch stammt vom einem früheren Kornwestheimer. Der Autor Alexander M. Rümelin hat es verfasst, als einer von drei Drehbuchautoren zeichnet er für die finale Version verantwortlich. Seit Ende April hatte er daran gearbeitet, erst vor ein paar Wochen – parallel zu den beginnenden Dreharbeiten – wurde es ganz fertig.

„Es geht in dem Film um die frühen Jahre Udo Lindenbergs“, berichtet Alexander Rümelin. „Um die Zeit von 1951 bis 1972 – also bis zu seinem Durchbruch“. Als Grundlage für seine Arbeit hat der Autor sich an die 2006 erschienene Biografie des Superstars gehalten. Auch habe er Udo Lindenberg einige Male getroffen, persönlich mit ihm gesprochen, Textstellen und Charaktere im Drehbuch gemeinsam mit ihm abgeglichen.

Alexander Rümelin hat im Alter zwischen fünf und 24 Jahren in Kornwestheim gelebt, hat das Ernst-Sigle-Gymnasium besucht. Danach ging es für ihn an die Filmakademie nach Ludwigsburg, später nach Los Angeles. Heute lebt und arbeitet der Drehbuchautor in Berlin – bekannt ist er unter anderem für seine Horrorfilmreihe „Ratten“ und die HBO-Serie „Transporter“.

Nach Kornwestheim verschlägt es Rümelin, Jahrgang 1968, aber noch häufig. Erst zum Jahreswechsel war er bei Freunden zu Besuch, er traf alte Schulkameraden, feierte Weihnachten und Silvester hier, auch lebt sein Bruder in Neckarweihingen. Er möge es sehr, hier zu Besuch zu sein, erzählt er. Gerne isst er dann – manchmal auch zweimal am Tag – im Trölsch, oder besucht das Irish Pub, den Landlord. „Eine Institution“, wie Rümelin schmunzelnd sagt.

Und wie ist es nun gewesen, Udo Lindenberg persönlich zu treffen und das frühe Leben des bekannten Musikers in Szenen zu erzählen? An die Begegnung mit „Udo“ hat Alexander Rümelin nur gute Erinnerungen. „Er ist sehr angenehm im Umgang“, sagt er. Und ergänzt: „Udo Lindenberg ist ein perfekter Unterhalter, er haut einen Spruch nach dem anderen raus“. Die besten habe er sich aufgeschrieben, einige noch ins Drehbuch übernommen – das wirke authentisch. Generell habe der Musiker nur wenige Änderungen am Drehbuch selbst gehabt. „Er muss nichts mehr beweisen, ist einfach cool“, fasst Alexander Rümelin die lockere Atmosphäre bei seinen Treffen mit Lindenberg zusammen.

Für den Autor war es wichtig, dem Film eine klare Prämisse zu geben, die Gründe und Konflikte herauszuarbeiten, die Udo Lindenberg zu jenem Superstar gemacht haben, der er heute ist. „Woher hatte er seinen Drive, wieso ist er seinen Weg so gegangen, wie er es getan hat?“, stellt Rümelin zentrale Fragen in den Raum.

Was generell für ihn ein gutes Drehbuch ausmache? „Das ist relativ simpel“, sagt Alexander Rümelin. „Ein gutes Drehbuch darf alles – nur nicht langweilen.“ Die Geschichte und damit am Ende der Film solle die Menschen zudem in irgendeiner Weise emotional berühren.

Wie gut das bei „Lindenberg! Mach dein Ding!“ gelungen ist, davon können sich die Kinofans in gut einem Jahr überzeugen. Im Frühjahr 2020 soll der Film in die Kinos kommen.

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