Kornwestheim/Ludwigsburg Ludwigsburg bereitet Evakuierung vor

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Um eine solche Bombe könnte es sich handeln. Foto: dpa

Kornwestheim - Die Stadt Ludwigsburg rüstet sich für die größte Evakuierungs-Aktion ihrer Geschichte. Wie das Rathaus am Freitagvormittag mitteilte, wurde bei Bauarbeiten am Holzheizkraftwerk an der Eisenbahnstraße in sechs Metern Tiefe ein „nicht identifizierter Metallgegenstand“ geortet. Eine genauere Untersuchung einer Fachfirma habe ergeben, dass es sich dabei vermutlich um eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Am kommenden Freitag, 11. Januar, soll das Objekt freigelegt werden – bis dahin werden Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk und die Stadt die Evakuierung des Umfelds vorbereiten. Sollte sich der Verdacht bestätigen, müsste der Kampfmittelbeseitigungsdienst die Bombe am Samstag entschärfen oder kontrolliert sprengen.

In diesem Fall müssten am Samstag, 12. Januar, um 8 Uhr alle Wohnungen in einem Radius von 500 Metern um den Bombenfund geräumt werden. Betroffen wären in der Ludwigsburger Südstadt und am nördlichen Stadtrand von Kornwestheim rund 3000 Personen, darunter auch die Bewohner eines Altenheims. Da sich der Fundort unweit der Gleise befindet, würde an diesem Tag zudem der gesamte Bahnverkehr an dieser Stelle zum Erliegen kommen. Die Feuerwehr hofft, dass die Entschärfung bis Samstagnachmittag beendet ist und das Gebiet wieder freigegeben werden kann.

Bislang konnten die Experten den Gegenstand nur mittels Sonden und Sensoren in Augenschein nehmen, gegraben wurde an der Stelle noch nicht. „Es besteht daher keine Gefahr für die Bevölkerung“, versichert der Ludwigsburger Bürgermeister Konrad Seigfried. Zumal immer noch denkbar sei, dass es sich um einen harmlosen Metallgegenstand handle, etwa um ein Rohr oder um andere Reste eines alten Gebäudes, das dort einst stand. Wahrscheinlicher ist aber offenbar, dass es tatsächlich eine Bombe ist. „Es spricht einiges dafür“, so Seigfried.

Ein Indiz ist die Größe des Objekts, ein anderes der Fundort. Während beispielsweise Stuttgart während des Luftkriegs in Schutt und Asche gelegt wurde, kam Ludwigsburg vergleichsweise glimpflich davon. Getroffen wurde die Stadt dennoch, und zwar vor allem in einer Schneise, die sich von Eglosheim über die Süd- in die Weststadt zog. Das heißt: Das Objekt liegt an einer Stelle, in der damals Bomben abgeworfen worden waren.

Die Bewohner innerhalb des potenziell gefährdeten Gebiets werden seit diesem Freitag mit Flugblättern und Briefen über die mögliche Evakuierung informiert. Auf ihrer Homepage bietet die Stadt verschiedene Dokumente dazu zum Download an. Am 12. Januar werden dann zusätzlich Fahrzeuge mit Lautsprechern patrouillieren und die Menschen auffordern, ihre Wohnungen zu verlassen. Im Beruflichen Schulzentrum am Römerhügel wird eine Notunterkunft eingerichtet. Sollte sich der Gegenstand im Boden doch noch als ungefährlich entpuppen, wird die Aktion abgesagt.

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