Kornwestheim Mehr Platz für Kompost: Grüne wurmen Ausweitungspläne

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Will sich ausdehnen: die Händle Kompost & Biomasse GmbH. Foto: Peter Meuer

Kornwestheim - Wie weit darf Gunther Händle, Betreiber der Kompost & Biomasse GmbH, seinen Betrieb auf dem Langen Feld ausdehnen? „Wir wollen Grenzen setzen“, begründet Baubürgermeister Daniel Güthler einen Vorstoß der Stadtverwaltung, für die Kompostierungsanlage im Heumahden einen Bebauungsplan aufzustellen. Der Standort sei nicht geeignet, dass er immer weiter wachse, so Güthler. Seine Erläuterungen in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik (AUT) führten zu einer Debatte, die ein wenig dem Stochern im Kompost glich. Denn noch hat Gunther Händle gar nicht öffentlich gemacht, was er auf dem Langen Feld plant.

Und auch gegenüber unserer Zeitung will sich Händle noch nicht äußern. Das sei noch zu früh. Er habe seine Pläne noch nicht einmal dem Landratsamt, das eine Ausweitung des Geschäftsbetriebs zu genehmigen hat, in aller Ausführlichkeit darstellen können. Er habe bisher lediglich eine „Vorantragskonferenz“ beantragt, sagt Händle. Aber abwarten, bis der Firmeninhaber seine Pläne vorgelegt hat, mag die Stadt Kornwestheim nicht. Sie will jetzt in ein Bebauungsplanverfahren einsteigen. Der Gemeinderat soll das mit einem Aufstellungsbeschluss in der kommenden Woche tun.

Die Stadt strebt einen Bebauungsplan an, der das bestehende Betriebsgelände plus einem schmalen Streifen bis zum nächsten, südlich gelegenen Feldweg – die Verlängerung der Friedenstraße – umfasst. Die Stadt erhofft sich von dem Bebauungsplan „planungsrechtliche Voraussetzungen für eine zukünftig gesicherte städtebauliche Ordnung“. Damit sei für die Öffentlichkeit und den Betriebsinhaber klar, wie weit er gehen dürfe, so der Baubürgermeister.

Den Grünen erscheinen die 4,1 Hektar, für die die Stadt den Bebauungsplan aufstellen will, zu groß. Man solle sich auf das Gebiet beschränken, das das Unternehmen jetzt schon nutze, lautete der Antrag der Fraktion. So würde dem Unternehmen ein Signal gegeben, die Fläche auf dem Betriebsgelände besser zu nutzen. Die Grünen befürchten, dass zum Beispiel Lebensraum für Bodenbrüter verloren geht. Auch die SPD sieht die Erweiterung kritisch. Der Fraktionsvorsitzende Hans Bartholomä sprach für die CDU von einer legitimen Erweiterung und einer angemessenen Größe. Der Bebauungsplan sei aber wichtig, damit die Stadt Kornwestheim die Planungshoheit über das Areal habe. Markus Kämmle (Freie Wähler) regte einen Ortstermin auf dem Langen Feld an.

Seit rund 25 Jahren nutzt Händle die Fläche draußen auf dem Langen Feld. Der Betrieb ist stetig gewachsen – von anfangs 5000 auf nunmehr 25 000 Quadratmeter. Händle verarbeitet rund 50 Prozent der im Landkreis Ludwigsburg anfallenden Gartenabfälle. Er beliefert Holzheizkraftwerke mit Material und produziert Rindenmulch für Spielplätze. Die Straße, die zu seinem Betrieb führt, hat er auf eigene Kosten gebaut und der Stadt übereignet.

CDU-Stadtrat Hans-Joachim Schmid gab zu bedenken, dass der Einsatz von natürlichen Materialien bei der Erzeugung von Strom und Wärme gewollt sei. Aber das Material müsse ja auch irgendwo hergestellt werden.

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