Kornwestheim Millionenprojekt geht in finale Phase

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Licht am Ende des Tunnels kann Bauleiter Maximilian Vogt in der Bogenstraße sehen. Foto: Anne Rheingans

Kornwestheim - Eines der großen Projekte der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) geht in seine finale Phase. Mit dem dritten Bauabschnitt der Kanalerneuerung in der Bogenstraße wurde begonnen. Nicht nur wegen des finanziellen Umfangs ist die mehrere Millionen teure Maßnahme etwas Besonderes.

Warum sind die Bauarbeiten notwendig?

Die Maßnahme an der Bogenstraße dient dazu, die Kanalrohre zu erneuern und zu vergrößern. Das Gebiet zwischen Karl-Joos-Straße, Tell- und Bogenstraße sowie der südliche Bereich des Stotzgebiets entwässern bisher über zwei Leitungen: auf dem Gebiet des Bauhofs beziehungsweise des Stadionsportplatzes nach Süden. Beide Rohre führen über das Gelände der ehemaligen Altablagerung, sind baulich in einem sehr schlechten Zustand und zu klein dimensioniert. Die Abwasserleitungen sollen in der Bogenstraße daher neu gebaut werden. Die beiden bestehenden Rohre werden im Anschluss nicht mehr für die öffentliche Abwasserbeseitigung benutzt. Sie dienen zukünftig ausschließlich für die Grundstücksentwässerung der städtischen Liegenschaften Bauhof, Stadionsporthalle und Stadion.

Wieso ist vom dritten Bauabschnitt die Rede?

Schon im Jahr 2015 wurde damit begonnen, die Entwässerung neu zu ordnen, erklärt Karin Wächter, Bereichsleiterin bei den SWLB. Los ging es damals im Gebiet Eichenweg, von der B 27 nahe des Jugendzentrums bis zur Jägerstraße. Dabei handelte es sich um eine Leitungslänge von circa 300 Metern. 2017 wurden Arbeiten in der Bogenstraße aufgenommen und beendet. Dabei ging es um einen rund 350 Meter langen Bereich von der Jägerstraße bis zur Bahnlinie. Nun, im dritten Bauabschnitt, sind zwei weitere Teilstücke an der Reihe.

Was macht die Arbeiten an der Bogenstraße besonders?

Üblicherweise wird bei einer Kanalsanierung in einer offenen Bauweise, also in einem gewöhnlichen Graben, gearbeitet. Das war auch im ersten Abschnitt am Eichenweg der Fall. In der Bogenstraße gibt es jedoch eine besondere Situation. Dort liegen die Leitungen recht tief und es gibt nur wenige Hausanschlüsse. Ein offener Graben würde dort einen gigantischen Aushub und vergleichsweise hohe Baukosten verursachen. Deshalb hat man sich bereits beim zweiten Bauabschnitt für das sogenannte Vortriebsverfahren entschieden. Das kommt nun auch im ersten Teil des dritten Abschnitts, also vom Tennisclub bis zur Allee Am Sportplatz/ Tellstraße, zum Tragen.

Wie muss man sich die Arbeitsweise vorstellen?

Für den unterirdischen Rohrvortrieb wurde ein sechs Meter tiefes, rundes Schachtbauwerk angelegt. Von dort arbeitet sich eine Maschine mit einem großen Bohrkopf vor, damit schließlich die neuen Stahlbetonrohre durchgepresst und somit verlegt werden. Die Sonntag Baugesellschaft mit Sitz in Rheinland-Pfalz, die sich auf den Vortrieb spezialisiert hat, ist in mehreren Schichten tätig. „Es sind bis zu 16 Mann gleichzeitig auf der Baustelle“, sagt Bauleiter Maximilian Vogt. Über den geschlossenen Vortrieb sollen ungefähr 400 Meter Leitungsstrecke geschafft werden.

Wann soll die Maßnahme fertig sein?

Das erste Teilstück soll bis Ende Juli abgeschlossen sein. Im August will man den Bereich zwischen Tellstraße und Karl-Joos-Straße in Angriff nehmen – dann in offener Bauweise. Das zweite Teilstück mit rund 110 Metern Leitungslänge soll bis zum Jahresende fertig werden. Bisher laufe alles nach Plan, heißt es von Seiten der Firma Sonntag. Das meist beständige Wetter der vergangenen Wochen mit nur wenig Regen spielte den Arbeitern in die Hände.

Wie teuer ist die Sanierung?

Die Stadtwerke beziffern die Baukosten für den dritten Abschnitt auf circa 3,3 Millionen Euro. Die Stadtverwaltung hatte die Gesamtprojektkosten für den letzten Abschnitt auf 3,8 Millionen Euro geschätzt. Für alle drei Abschnitte zusammen sind Baukosten in Höhe von 8,2 Millionen Euro zu erwarten, teilt Wächter auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

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