Kornwestheim Moderner Blitzer bewährt sich bereits

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Die Technik ist im Anhänger platziert: der „Enforcement Trailer“. Foto: Peter Meuer

Kornwestheim - Ingo Kröner ist zufrieden. Am Anfang gab es durchaus einige Fragen in seinem Team des städtischen Vollzugsdienstes. Ist es möglich, den so genannten „Enforcement Trailer“ problemlos von A nach B zu bringen? Wie komplex wird es überhaupt, die durchaus ausgefeilte Technik zu bedienen?

Nach etwa drei Wochen Test-Einsatz betont Teamleiter Kröner nun: „Das Gerät hat sich bereits bewährt.“ Die Programme ähnelten denen, die die Vollzugsbediensteten bereits bei anderen Messgeräten nutzten: Man arbeite in Kornwestheim schon länger mit Technik der Firma Vitronic aus Wiesbaden, die das Gerät hergestellt hat.

Aktuell bringen Fahrzeuge des Kornwestheimer Bauhofs den „Enforcement Trailer“ zu seinen Standorten, mit einer Art Fernbedienung kann er dann vor Ort zentimetergenau platziert werden. „Das funktioniert alles sehr gut“, so Kröner.

Der „Enforcement Trailer“ ist eine bewegliche Messstation zur Verkehrsüberwachung. Er misst per Laser Geschwindigkeiten und fotografiert mit seinen zwei Kameras Fahrzeuge, die zu schnell unterwegs sind, er kann aber beispielsweise auch Lkw-Durchfahrtsverbote feststellen. Das Gerät ist als stabiler Anhänger designt, was verschiedene Vorteile hat: Die Technik hat genug Platz, sie ist gegen Vandalismus geschützt, das Gerät kann dank der drei großen Batterien bis zu einer Woche an einem Standort bleiben. Eine Alarmanlage ist enthalten, der Anhänger ist videoüberwacht, die Technik kann von Ingo Kröner und seinen Mitarbeitern per Handy-App ausgesteuert werden.

In den vergangenen neun Tagen stand die mobile Messstation an der B 27 vor der Anschlussstelle Kornwestheim-Süd in Richtung Stuttgart. Diese Stelle könnte er auch in Zukunft regelmäßig überwachen. Während dieser knapp eineinhalb Wochen hat das Gerät 1675 Verstöße gegen die Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern festgestellt. Einige Autofahrer beschwerten sich: Das Gerät stehe in einer Nothaltebucht. „Das ist nur eine normale Haltebucht“, betont allerdings Ingo Kröner hierzu. Er ergänzt: „Zudem ist in der Bucht auch so noch ausreichend Platz, selbst für einen großen Lkw.“

Indes läuft die Testphase nur noch bis etwa Mitte August. Der städtische Vollzugsdienst hat den Trailer für einen Monat von Vitronic gemietet, um ihn auszuprobieren. Hintergrund ist die Verlegung der Blitzeranlage an der B 27. Sie stand bislang zwischen den Fahrbahnen und konnte so beide Fahrtrichtungen abdecken. Wegen neuer Abstandsvorschriften bei Leitplanken musste der Blitzer allerdings verlegt werden und kann nun nur die Geschwindigkeit der Autos prüfen, die auf der Spur in Richtung Ludwigsburg unterwegs sind. Um weiterhin beide Richtungen abdecken zu können, so war es ursprünglich die Idee von Thomas Ulmer, Grünen-Stadtrat und selbst Polizeibeamter, könnte man ja den Mess-Anhänger testen.

Wie geht es nun weiter? Kröner könnte sich gut vorstellen, das Gerät für ein weiteres Jahr zu „leasen“ und so ausführlich zu testen. Eine weitere Option wäre, dass die Stadt gleich einen eigenen Anhänger von Vitronic kauft. Rund 130 000 Euro würde das kosten. Darüber müssen nun die Kommunalpolitiker entscheiden.

Übrigens: Seit heute steht der „Enforcement Trailer“ in der Pattonviller John-F.-Kennedy-Allee.

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