Kornwestheim Müll und Vandalismus: Lage im Freizeitpark bleibt unverändert

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Die Zerstörung des Baumbestands ist eines der Probleme im Freizeitpark. Foto: Dominik Florian

Kornwestheim - Ein Freizeitpark sollte, wie es der Name schon verrät, ein Ort sein, in dem Besucher gerne ihre Freizeit verbringen. Betritt man die Kornwestheimer Grünanlage am Morgen nach einem sommerlichen Wochenendtag, will sich das gewünschte Wohlfühlgefühl nicht so recht einstellen. Die Müllberge, die sich um die Grillstellen und die umliegenden Flächen türmen, lassen statt auf einen gemütlichen Grillabend eher auf eine ausufernde Party schließen. Die Problematik der unsachgemäßen Nutzung hat der Ausschuss für Umwelt und Technik bei seiner Sitzung am Dienstagabend aufgegriffen. Es gab einen Zwischenbericht über die Ergebnisse der im vergangenen Jahr ergriffenen Maßnahmen. Zudem wurden Vorschläge diskutiert, wie das Müllproblem und der Vandalismus im Park in Zukunft eingedämmt werden können.

„Wir wollen den Charakter des Freizeitparks erhalten“, sagte Dietmar Allgaier, Erster Bürgermeister. Dies funktioniere aber nur mit dem „Respekt vor der Natur und dem öffentlichen Raum“. Diesen hätten aber viele Besucher des Parks vermissen lassen. Dem Müllproblem und den Beschädigungen solle entgegengewirkt werden. Trotzdem wolle man auf eine Vollbewirtschaftung der Anlage auch in Zukunft verzichten.

Weder die regelmäßige Kontrollen noch eine Aufklärungskampagne noch das Aufstellen zusätzlicher Müllbehälter sorgten im vergangenen Jahr für merkliche Besserung. Auch in den ersten warmen Monaten dieses Jahres blieb der Park nicht von der übermäßigen Verschmutzung und Vandalismus verschont. Bereits im Mai wurden vier neu gepflanzte Bäume entfernt, weitere Jungbäume beschädigt und die zur Stabilisierung verwendeten Dreiböcke entwendet und zum Feuermachen verwendet. Neben den Überbleibseln der abendlichen Grillfeste wurden auch Haus- und Sperrmüll im Park entsorgt.

„Das Problem ist und bleibt das Grillen“, warf Hans Bartholomä (CDU) ein. Um das Verhalten der grillenden Gäste zu beeinflussen, sei eine umfangreichere Kontrolle vor allem an den Wochenenden nötig. Dabei könne ein Team von Parkwächtern, in Zusammenarbeit mit Gemeindevollzugdienst und Polizei, durch eine höhere Präsenz und aufklärende Maßnahmen dort Abhilfe schaffen. Schwarze Schafe sollen dadurch besser identifiziert und letztlich auch mit Bußgeldern belegt werden.

Als weitere Schritte stünden eine häufigere Reinigung, aber auch drastische Maßnahmen wie das Liegenlassen des Mülls oder die zeitweise Sperrung des Parks an einzelnen Wochenenden, im Raum. Darüber hinaus sei eine Vergabe von Grillgenehmigungen denkbar, die mit einer Gebühr einhergehen könnte. „Vielleicht hilft eine Kaution, die nur zurückerstattet wird, wenn der Grillplatz ordentlich hinterlassen wird“, regte Martin Ergenzinger (CDU) an.

Klar ist aber: Durch die in Aussicht gestellten Maßnahmen entstehen zusätzliche Kosten. Der bürokratische Aufwand durch wird ebenfalls zunehmen. Diese nötigen Mittel sollen im Herbst im nächsten Doppelhaushalt angemeldet werden. Bei der Umsetzung könne auch „ein Austausch von Erfahrungen mit der Stadt Stuttgart helfen, die ähnliche Probleme am Max-Eyth-See hat“, sagte Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Bei allen Maßnahmen sei aber die Vernunft und der Respekt der Gäste gefragt, damit der Park wieder ein Ort wird, an dem alle Besucher gerne ihre Freizeit verbringen – auch oder gerade an sonnigen Wochenendtagen.

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