Kornwestheim Mysteriöse Einbruchserie

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Vermutlich mit einem Störsender verhinderten die Täter, dass die Autos verriegelt werden konnten. Foto: dpa/Marc Müller

Kornwestheim - Die Geschehnisse um eine Reihe aufgebrochener Autos in Kornwestheim werden immer mysteriöser. Wie die Polizei nun mitgeteilt hat, sind am vergangenen Wochenende im Stadtgebiet nicht nur 14 Fahrzeuge aufgebrochen worden, sondern mindestens 26. „Die Zahl der geschädigten Autobesitzer hat sich erhöht“, schreiben die Beamten in einer Pressemitteilung. An keinem dieser Fahrzeuge waren allerdings Spuren eines Aufbruchs zu sehen.

Die Polizisten gingen zunächst davon aus, dass die Täter es auf Fahrzeuge abgesehen hatten, die mit einem sogenannten Keyless-Go-System ausgestattet sind. Solche Fahrzeuge können mittels spezieller Schlüssel über eine Funkverbindung geöffnet, geschlossen und gestartet werden. Allerdings senden die Schlüssel ständig einen Strom von Daten. Das erlaubt es technikaffinen Einbrechern, über Funkverstärker ein Auto zu manipulieren, zu öffnen und sogar zu stehlen.

Die Keyless-Go-Theorie der Polizei ist allerdings mittlerweile mehr oder weniger vom Tisch. Nur fünf der 26 betroffenen Fahrzeuge verfügten über solche Technik. Die Ermittler beim Polizeirevier Kornwestheim gehen daher davon aus, dass der oder die Täter mit einem Störsender unterwegs waren. Ein solcher Sender unterbricht schlicht das Signal der Fernbedienung in einem gewöhnlichen Autoschlüssel, sodass das Fahrzeug nicht abschließt. Nachdem jemand sein Fahrzeug angehalten hat, konnten sich die Diebe nach dieser Theorie Zugang zu den Autos verschaffen.

Ebenfalls ungewöhnlich: Gestohlen wurde kaum etwas aus den Pkw. Außer Kleingeld, Sonnenbrillen, Kaugummi und anderen kleinen Gegenständen fehlte den Autofahrern hinterher nichts. Die Polizei spricht von „relativ wertlosem Diebesgut“.

Die Beamten mahnen dennoch zur Vorsicht: Fahrer sollen sich beim Verlassen des Autos und nach Benutzung der Fernbedienung davon überzeugen, dass die Türen des Fahrzeugs tatsächlich verschlossen sind und „verdächtige Wahrnehmungen“ umgehend melden.

Verdächtigt werden übrigens zwei männliche Personen im Alter von etwa 25 bis 30 Jahren, für die Aufbrüche verantwortlich zu sein. Sie wurden beobachtet, wie sie Schriftstücke auf mitgeführten Klemmbrettern anschauten. Der Zeuge beobachtete weiterhin, wie einer der beiden Männer über ein nahe gelegenes Grundstückstor kletterte, dabei aber den Bewegungsmelder für das Außenlicht auslöste. Der Mann kehrte zurück und rannte zusammen mit seinem Begleiter in Richtung Haldenrain.

Ihr Unwesen trieben die Unbekannten in Kornwestheim in der Oderstraße, Friedrich-Siller-Straße, Baurstraße, Zeppelinstraße, Wolgastraße, Kochstraße, Ilmweg, in der Straße Bei der Hammerschmiede und im Oberen Klingelbrunnen.

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